Zuhause und nun? – Nachwirkungen einer Auszeit
Bequemes Sofa, unbequeme Fragen
Leere Alukisten: Der endgültige Abschied
3. Oktober 2009. Ein bedeutsamer Tag. Nach über zwei Monaten bringen wir es heute endlich übers Herz, die Motorräder und Reisetaschen auszupacken. Die täglichen Klamotten werden schon lange nicht mehr der wasser- und staubdichten Ortliebtasche, sondern dem Kleiderschrank im Schlafzimmer entnommen. Unsere Nahrungsvorräte kramen wir nicht mehr aus dem Alukoffer, wir machen einfach den Kühlschrank auf. Salate und Fleischgerichte verursachen keine Darmkrämpfe mehr. Dafür tut der Kopf weh vom vielen Nachdenken. Beim Duschen können die Badelatschen wegbleiben und das heiße Wasser nimmt kein erschreckendes Ende. Seitdem wir wieder zurück sind, wachen wir morgens auf und gucken in den Terminkalender und auf die Aufgabenliste, statt auf die Landkarte und in den Reiseführer. Ja, unser geliebtes Reisedasein ist zu Ende. Und das Auspacken der Motorradkoffer der endgültige Abschied.
1. Nach über zwei Monaten: Jetzt können wir auspacken…
Wehmütig surfen wir auf den Reiseblogs von Freunden, die wir unterwegs kennen gelernt haben und die immer noch das Abenteuerleben genießen. So oft blitzen Gefühle und Gedanken durch den Körper, die uns an die bewegende Zeit auf der Emme erinnern. Das Reisefieber hat uns erwischt. Eine sehr gefährliche Krankheit, die in Schüben kommt. Und vielleicht gibt es kein Gegenmittel, keine Heilung.
Neuer Blick auf alte Gewohnheiten
Genau wie vor unserer Reise schütteln wir aus der Tageszeitung erstmal einen Stapel Werbebeilagen der Supermärkte. Alles überflüssiger Kram. Mit Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, Eiern, Joghurt, Bananen, Milch, Wasser und Saft sind wir in letzter Zeit doch bestens ausgekommen. Im Kleiderschrank hängen immer noch viel zu viele Klamotten, die wir nicht vermisst haben. Die liegen jetzt im Altkleidercontainer. Je weniger wir haben, desto erleichterter sind wir. Das trifft allerdings nicht auf Zeit zu. Das deutsche Zeitgefühl hat uns wieder im Griff. Schöne Momente mit Familie und Freunden genießen wir dabei noch bewusster. Hoffentlich halten all diese Erkenntnisse lange an.
Fernweh beim Fernsehen
Zurück in Deutschland überfordern uns die Medien mit dem Bundestagswahlkampf. Bei „Anne Will” und „Hart aber Fair” verdrehen uns die Versprechen der Politiker, die Warnungen der Experten und die Kommentare der Journalisten den Kopf. Frau Merkel will Bundeskanzlerin bleiben. Eine Frau an der Spitze, die sich im Ausland einen Namen gemacht hat.
„We are from Germany.” Dieser unzählig ausgesprochene Satz hatte auf unserer Reise meistens Bewunderung ausgelöst. Deutsche gelten als stark, mutig und reich. Wir machen uns Gedanken über unser Land und wer wir wirklich sind.
Zur Abwechslung läuft abends am 17. September auf dem RBB der Fernsehbeitrag (Abspielen der avi-Datei) über unsere Auszeit. Vierzehn Monate und anderthalb Drehtage verpackt in fünf Minuten. Beim Zugucken kriecht eine Gänsehaut über unsere Körper. Die Redakteurin aus Berlin und ihr Team haben aus den aufgenommenen Interviews bei uns zuhause, den Fahraufnahmen über die Äcker und Landstraßen der Prignitz und unseren Fotos aus dem Reiseblog einen wirklich tollen Beitrag gemacht. Viel Arbeit. Und das Ergebnis eine schöne Erinnerung. Die Besucherzahl unserer Internetseite erreichte im September einen neuen Rekord.
Neue Herausforderungen: Wie macht man ein Buch?
Wir haben entschlossen, ein Buch über die Reise zu schreiben. Das Buchprojekt entpuppt sich schnell als neue Herausforderung. Wie soll so ein Buch aussehen? Welcher Verlag käme in Frage? Wir haben keine Ahnung vom Verlagswesen. Wir sprechen also erstmal mit verschiedenen Leuten, konkretisieren ein paar Ideen, erstellen Text- und Bildproben. Nebenbei planen wir ein paar Vorträge. Und unser neues Leben in Deutschland, mit neuen Ansichten. Wir ziehen in einer Blitzaktion nach Berlin, mitten rein in den Hauptstadtdschungel. Eine komplette Wand in der Wohnung wollen wir unseren Reiseerinnerungen widmen: unsere Lieblingsfotos auf Leinwand. Und die Auswahl ist schon wieder eine Herausforderung…
+ + + ende + + +
Das war er also – unser letzter Blogbeitrag. Wir werden uns jetzt dem Abenteuer “wieder zuhause ankommen” widmen. Vielen Dank für Eure Neugier und treue Begleitung!
Vielleicht plant Ihr ja schon Eure eigene Reise?!
Wenn Ihr Tipps braucht, sprecht uns gerne an.
- die eMMenreiter -



und wie soll ich jetzt durch den Winter kommen??
Hoffentlich vermeldet Ihr hier wenns was mit dem Buch geworden ist.
Bitte schaut auch mal nach der Fotogalerie, die klemmt.
Gruß von janus mit vielen Wünschen für einen / zwei schöne Arbeitsplätze. Hoffentlich findet Ihr einen Chef, der Durchsetzungsvermögen würdigt!
Hallo Janus, wir machen uns keine Sorgen
Bei der Fotogalerie können wir nichts finden?
LG, die eMMenreiter
Tja, wenn ich nicht zwischendurch hätte mit euch zusammensitzen dürfen, würde ich auch über eine klemmende Galerie Klage führen. Nach meinem Empfinden ist die nämlich seit Tarkali nicht mehr gefüttert worden. Sonst funktioniert sie technisch auch bei mir.
!!!
An Alle: Die beiden sind soooo gut drauf, dass wir noch Einiges erwarten dürfen.
Auch viele schöne Bilder
Beste Grüße
Martin
Hallo,
leider habe ich den Beitrag beim RBB verpasst. Kann man sich den irgenwo ansehen? Z.B.bei Youtube?
VG, Basti
Hallo Basti, leider nein. Wir können aber versuchen, eine e-mail-versandfähige Datei zu erstellen und Dir den Beitrag zu mailen. Wenn wir das so machen sollen, meld Dich bitte bei uns über mail@mz-eurasien.de – Danke und schöne Grüße, die eMMenreiter
Toller Blog, tolle Reise!!!
1A Super Bericht und klasse Seite.
Leider haben wir nur 4 Monate Zeit am 10. Juni 2011 geht es los. Leider habe ich eure Seite erst jetzt gesehen (bin über das MZ Forum darauf gestoßen). Wir fahren mit 250er ES (/1 Serie aus den 60ern) eine fast identische Hinroute wie eure Rückroute, allerdings dann von Kirgisien nach Kasachstan und von dort nach Russland. Unser Ziel ist der Baikalsee, dort fahren wir per TransSib bis Moskau und dann auf Achse wieder zurück bis Thüringen. Ihr seit in Berlin, dann wird sich mein Bruder mal bei euch melden (wohnt da). Grüße, Emanuel