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	<title>e M M e n r e i t e r</title>
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	<description>14 Monate Reiseabenteuer auf zwei alten MZ</description>
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		<title>Zuhause und nun? &#8211; Nachwirkungen einer Auszeit</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 11:14:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eurasien</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Bequemes Sofa, unbequeme Fragen Leere Alukisten: Der endgültige Abschied 3. Oktober 2009. Ein bedeutsamer Tag. Nach über zwei Monaten bringen wir es heute endlich übers Herz, die Motorräder und Reisetaschen auszupacken. Die täglichen Klamotten werden schon lange nicht mehr der wasser- und staubdichten Ortliebtasche, sondern dem Kleiderschrank im Schlafzimmer entnommen. Unsere Nahrungsvorräte kramen wir nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/10/Nachdenken.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2317" title="Nachdenken" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/10/Nachdenken-300x207.jpg" alt="Nachdenken" width="320" height="220" /></a></p>
<h6><span style="color: #000000;">Bequemes Sofa, unbequeme Fragen</span></h6>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Leere Alukisten: Der endgültige Abschied</strong></span><br />
<span style="color: #000000;"><span style="color: #000000;">3. Oktober</span> 2009. Ein bedeutsamer Tag. Nach über zwei Monaten bringen wir es heute endlich übers Herz, die Motorräder und Reisetaschen auszupacken. Die täglichen Klamotten werden schon lange nicht mehr der wasser- und staubdichten Ortliebtasche, sondern dem Kleiderschrank im Schlafzimmer entnommen. Unsere Nahrungsvorräte kramen wir nicht mehr aus dem Alukoffer, wir machen einfach den Kühlschrank auf. Salate und Fleischgerichte verursachen keine Darmkrämpfe mehr. Dafür tut der Kopf weh vom vielen Nachdenken. Beim Duschen können die Badelatschen wegbleiben und das heiße Wasser nimmt kein erschreckendes Ende. Seitdem wir wieder zurück sind, wachen wir morgens auf und gucken in den Terminkalender und auf die Aufgabenliste, statt auf die Landkarte und in den Reiseführer. Ja, unser geliebtes Reisedasein ist zu Ende. Und das Auspacken der Motorradkoffer der endgültige Abschied.</span></p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/10/Leer.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2319" title="Leer" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/10/Leer-210x300.jpg" alt="Leer" width="142" height="203" /></a><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/10/Auspacken.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2318" title="Auspacken" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/10/Auspacken-300x216.jpg" alt="Auspacken" width="282" height="203" /></a></p>
<h6><span style="color: #000000;">1. Nach über zwei Monaten: Jetzt können wir auspacken&#8230;</span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Wehmütig surfen wir auf den Reiseblogs von Freunden, die wir unterwegs kennen gelernt haben und die immer noch das Abenteuerleben genießen. So oft blitzen Gefühle und Gedanken durch den Körper, die uns an die bewegende Zeit auf der Emme erinnern. Das Reisefieber hat uns erwischt. Eine sehr gefährliche Krankheit, die in Schüben kommt. Und vielleicht gibt es kein Gegenmittel, keine Heilung.</span></p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Neuer Blick auf alte Gewohnheiten</strong></span><br />
<span style="color: #000000;">Genau wie vor unserer Reise schütteln wir aus der Tageszeitung erstmal einen Stapel Werbebeilagen der Supermärkte. Alles überflüssiger Kram. Mit Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, Eiern, Joghurt, Bananen, Milch, Wasser und Saft sind wir in letzter Zeit doch bestens ausgekommen. Im Kleiderschrank hängen immer noch viel zu viele Klamotten, die wir nicht vermisst haben. Die liegen jetzt im Altkleidercontainer. Je weniger wir haben, desto erleichterter sind wir. Das trifft allerdings nicht auf Zeit zu. Das deutsche Zeitgefühl hat uns wieder im Griff. Schöne Momente mit Familie und Freunden genießen wir dabei noch bewusster. Hoffentlich halten all diese Erkenntnisse lange an.</span></p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Fernweh beim Fernsehen</strong></span><br />
<span style="color: #000000;">Zurück in Deutschland überfordern uns die Medien mit dem Bundestagswahlkampf. Bei „Anne Will&#8221; und „Hart aber Fair&#8221; verdrehen uns die Versprechen der Politiker, die Warnungen der Experten und die Kommentare der Journalisten den Kopf. Frau Merkel will Bundeskanzlerin bleiben. Eine Frau an der Spitze, die sich im Ausland einen Namen gemacht hat.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">„We are from Germany.&#8221; Dieser unzählig ausgesprochene Satz hatte auf unserer Reise meistens Bewunderung ausgelöst. Deutsche gelten als stark, mutig und reich. Wir machen uns Gedanken über unser Land und wer wir wirklich sind.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Zur Abwechslung läuft abends am 17. September auf dem RBB der <strong>Fernsehbeitrag</strong> (<a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/10/eMMenreiter_RBB.avi" target="_blank">Abspielen</a> der avi-Datei) über unsere Auszeit. Vierzehn Monate und anderthalb Drehtage verpackt in fünf Minuten. Beim Zugucken kriecht eine Gänsehaut über unsere Körper. Die Redakteurin aus Berlin und ihr Team haben aus den aufgenommenen Interviews bei uns zuhause, den Fahraufnahmen über die Äcker und Landstraßen der Prignitz und unseren Fotos aus dem Reiseblog einen wirklich tollen Beitrag gemacht. Viel Arbeit. Und das Ergebnis eine schöne Erinnerung. Die Besucherzahl unserer Internetseite erreichte im September einen neuen Rekord.</span></p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Neue Herausforderungen: Wie macht man ein Buch?</strong></span><br />
<span style="color: #000000;">Wir haben entschlossen, ein Buch über die Reise zu schreiben. Das Buchprojekt entpuppt sich schnell als neue Herausforderung. Wie soll so ein Buch aussehen? Welcher Verlag käme in Frage? Wir haben keine Ahnung vom Verlagswesen. Wir sprechen also erstmal mit verschiedenen Leuten, konkretisieren ein paar Ideen, erstellen Text- und Bildproben. Nebenbei planen wir ein paar Vorträge. Und unser neues Leben in Deutschland, mit neuen Ansichten. Wir ziehen in einer Blitzaktion nach Berlin, mitten rein in den Hauptstadtdschungel. Eine komplette Wand in der Wohnung wollen wir unseren Reiseerinnerungen widmen: unsere Lieblingsfotos auf Leinwand. Und die Auswahl ist schon wieder eine Herausforderung&#8230;</span></p>
<p><span style="color: #000000;">+ + + ende + + +</span></p>
<h3><strong><span style="color: #000000;">Das war er also &#8211; unser letzter Blogbeitrag. Wir werden uns jetzt dem Abenteuer &#8220;wieder zuhause ankommen&#8221; widmen.</span> <span style="color: #dd0000;">Vielen Dank</span> <span style="color: #000000;">für Eure Neugier und treue Begleitung!</span></strong></h3>
<p><span style="color: #000000;">Vielleicht plant Ihr ja schon Eure eigene Reise?! </span><br />
<span style="color: #000000;">Wenn Ihr Tipps braucht, sprecht uns gerne an.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #000000;">- die eMMenreiter -</span></p>
<div id="pfButton"><a href="http://www.mz-eurasien.de/deutschland/2009-10-28/zuhause-und-nun-nachwirkungen-einer-auszeit?pfstyle=wp" title="Drucken" style="text-decoration: none;"><img id="printfriendly" style="border:none; padding:0;" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-print-icon.gif" alt="Drucken"/><span style="font-size: 12px; color: #000000;"> Drucken <img src="http://cdn.printfriendly.com/pf-pdf-icon.gif" alt="PDF-Version drucken" /> PDF </span></a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>v E R r ü c k T e erste Tage &#8230;in Deutschland</title>
		<link>http://www.mz-eurasien.de/deutschland/2009-08-26/v-e-r-r-u-c-k-t-e-erste-tage-in-deutschland</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 10:02:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eurasien</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Buntes Durcheinander &#8211; die ersten Tage in Deutschland Die erste Nacht im eigenen Bett Die erste Nacht zuhause ist überstanden. Wieder ins eigene, alte Bett zu steigen, hatte allerdings nichts Besonderes. Außer der Süßigkeiten und des Gute-erste-Nacht-Wunschzettels, die Michas Schwester auf die Decke gelegt hat. In der letzten Zeit hatten wir uns an unzähligen Orten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/verrueckt.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2179" title="verrueckt" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/verrueckt-300x203.jpg" alt="verrueckt" width="331" height="224" /></a></p>
<h6>Buntes Durcheinander &#8211; die ersten Tage in Deutschland</h6>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Die erste Nacht im eigenen Bett</span></strong><br />
Die erste Nacht zuhause ist überstanden. Wieder ins eigene, alte Bett zu steigen, hatte allerdings nichts Besonderes. Außer der Süßigkeiten und des Gute-erste-Nacht-Wunschzettels, die Michas Schwester auf die Decke gelegt hat. In der letzten Zeit hatten wir uns an unzähligen Orten in so viele verschiedene Schlafstätten gelegt. Eher selten deutsch-sauber und bequem. Einfach nur pragmatisch. Und nun ist selbst das eigene Bett irgendwie eines von vielen geworden. Jedenfalls in den ersten Tagen. Das Gefühl, am Ziel oder wieder zuhause zu sein, stellt sich noch nicht ein. Vierzehn eingängige Monate in einer anderen Welt hinterlassen Spuren. Wann geht&#8217;s weiter?</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Achtung &#8211; Einsturzgefahr!</strong></span><br />
Wir hatten uns von unterwegs aus vorgenommen, die ersten Wochen langsam anzugehen: Familie und Freunde besuchen, Grillabende, Ausflüge zum See&#8230; Eine romantische Idee, die nicht funktioniert.</p>
<p>Nach der Wiederseheneuphorie stürzt schnell unser deutsches Leben auf uns ein. Alte Probleme, neue Aufgaben. Das Handy wird reanimiert. Wochentage werden wichtig. Ohne Terminkalender verlieren wir den Überblick und die Aufgabenliste wird immer länger: Zollamt, Krankenkasse, Arbeitsamt, Versicherungen, liegen gebliebene Briefe und Papierkram, Finanzen ordnen, Einkommensteuererklärung, Arztbesuche, Medienanfragen, Wiedersehensbesuche bei Familie und Freunden, die Reisefotos sichern, E-Mails aus der ganzen Welt beantworten, die Pakistan-Spendenaktion abschließen, das Buchprojekt starten und hunderte Kleinigkeiten&#8230; Und dann die großen Fragen: Wo längerfristig wohnen und arbeiten? Die Aufzählung könnten wir noch zeilenweise fortführen. Ein echt chaotischer Neustart ins neue, alte Leben mit gefährlicher Geschwindigkeitsüberschreitung.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/TV-Dreh.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2181" title="TV-Dreh" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/TV-Dreh-300x210.jpg" alt="TV-Dreh" width="300" height="210" /></a></p>
<h6>Erzählt doch mal!</h6>
<p>Und was daneben an uns vorbeirauscht, ist schwer zu verarbeiten: Überfluss! Zu viele Informationen, zu viele Produkte, zu viel Krimskrams. Am liebsten möchten wir uns von allem Nutzlosen befreien. Physisch und psychisch. Ein erster Schritt in Richtung geordnete Bahnen. Der Drang zum Ausmisten ist groß. Die Motorräder und Taschen kriegen wir allerdings noch nicht ausgepackt. Wir sind von allem überwältigt. Die Gefühle sind kaum zu beschreiben. Tausend Ideen und Stresshormone rasen durch die Blutbahn. Schlaflose Nächte. Ankommen ist schwerer als losfahren.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Prignitz.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2182" title="Prignitz" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Prignitz-300x189.jpg" alt="Prignitz" width="300" height="189" /></a></p>
<h6>Ein Blick auf die stille Prignitz wirkt fast entspannend</h6>
<p>Wir genießen aber auch schöne Momente: ein Baby in der Familie, mit Freunden lachen, der Gang zum Friseur (Suse), Nutella, Kuchen und ein bakterienfreies Schnitzel beim Besuch im Bornaer „Glück Auf!&#8221;, wo gerade der Karnikelzuchtverein über Rekorde beim Kaninhopp-Wettbewerb diskutiert. Der Gang zum Kleiderschrank ist auch herrlich, nachdem wir lange einer pragmatischen Abenteuerkleiderordnung unterlagen. Wir entdecken unsere bunten, alten Sachen neu. Und füllen parallel trotzdem gleich ein paar Altkleidersäcke. Wir hören endlich wieder gute Musik und holen auf, was wir verpasst haben: neue Alben von MIA und Peter Fox. Wir laufen die schöne, alte Waldstrecke ab und fahren an einem sonnigen Morgen hoch-hoch-hoch auf die Windmühle. So verschaffen wir uns wenigstens einen räumlichen Überblick. Es riecht nach Sommer in der Prignitz.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Mitbringsel.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2184" title="Mitbringsel" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Mitbringsel-300x275.jpg" alt="Mitbringsel" width="233" height="214" /></a></p>
<h6>Kaum Zeit für Erinnerungen: Auswahl einiger Mitbringsel</h6>
<p>Wir machen gerade die intensive Erfahrung, dass alles, was uns im Leben reich macht, einen Preis hat. Nach der unbezahlbaren Auszeit auf der Emme ist das Abenteuer noch lange nicht zu Ende! Da bleibt erst wenig Platz für Gedanken an das Erlebte. Hoffentlich wird es bald etwas ruhiger. An das Chaos in Indien konnten wir uns doch auch gewöhnen!? Viel leichter sogar&#8230;</p>
<div id="pfButton"><a href="http://www.mz-eurasien.de/deutschland/2009-08-26/v-e-r-r-u-c-k-t-e-erste-tage-in-deutschland?pfstyle=wp" title="Drucken" style="text-decoration: none;"><img id="printfriendly" style="border:none; padding:0;" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-print-icon.gif" alt="Drucken"/><span style="font-size: 12px; color: #000000;"> Drucken <img src="http://cdn.printfriendly.com/pf-pdf-icon.gif" alt="PDF-Version drucken" /> PDF </span></a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ränktetängtäng&#8230; Die Heimkehr der eMMenreiter</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 17:13:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eurasien</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles zum allerletzten Mal Vier schöne Tage in Krakau sind jetzt (Blog-)Geschichte. Und wir haben nur noch drei Tage auf den Emmen vor uns. Dann können wir Familie und Freunde endlich wieder in den Arm nehmen. Eine SMS von zuhause: Vorbereitungen laufen auf Hochtour! Wir sind genauso aufgeregt wie die Lieben daheim. Die letzten zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/EndlichWiederDa.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2131" title="EndlichWiederDa" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/EndlichWiederDa.jpg" alt="EndlichWiederDa" width="348" height="247" /></a></p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Alles zum allerletzten Mal</strong></span><br />
Vier schöne Tage in Krakau sind jetzt (Blog-)Geschichte. Und wir haben nur noch drei Tage auf den Emmen vor uns. Dann können wir Familie und Freunde endlich wieder in den Arm nehmen. Eine SMS von zuhause: Vorbereitungen laufen auf Hochtour! Wir sind genauso aufgeregt wie die Lieben daheim.</p>
<p>Die letzten zwei Etappen durch Polen bis nach Deutschland sind jetzt nur noch ein Abspulen der restlichen Kilometer. Auf der Straße passiert nicht viel: langweiliger Verkehr, etliche Ampelstopps bei Kleinstadtdurchfahrten und viele schöne Tankstellen. Die Sommerluft hat sich abgekühlt. Sonne, Regenwolken und Wind wechseln sich ständig ab. Wir schlagen an einem Angelteich bei Kepno das allerletzte Mal das Zelt auf. Und etwas westlich von Poznan beziehen wir in der allerletzten Nacht im Ausland zum allerletzten Mal auf unserer Reise ein Hotel.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Letzte-Station.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2153" title="Letzte-Station" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Letzte-Station-300x192.jpg" alt="Letzte-Station" width="300" height="192" /></a></p>
<h6>Allerletzte Auslandsstation: Waldmotel bei Miedzychod</h6>
<p>24. Juli. Morgens beim Frühstück in der verwaisten Hotelgaststätte macht der Flachbildfernseher über der Theke mit Bildern von Verwüstung auf sich aufmerksam: entwurzelte Bäume, abgedeckte Häuser, Menschenopfer. Ein gefundenes Fressen für den polnischen Nachrichtensender. Ein heftiger Gewittersturm fegte in der Nacht übers Land &#8211; durch den Westen, durch Warschau. Wir müssen wohl im Auge des Orkans gewesen sein, denn wir haben davon nichts gemerkt. Wie schon einige Male bei unserem Abenteuer  hinterlassen wir auch noch im letzten Land auf der Eurasienroute ein Chaos. Wir haben damit nichts zu tun!</p>
<p>Wir steigen in den alten, abgewetzten Jeans wie hunderte Male in den letzten vierzehn Monaten auf die beigefarbene Einzelsitzbank und knattern los. Alle Handgriffe sind in Fleisch und Blut übergegangen. Emme und Emmenreiter sind zusammengewachsen. Dafür reißt die Jeans am Hintern immer mehr ein. Während der Fahrt streicheln und klopfen wir zärtlich auf den feuerwehrroten Tank. Ihr braven habt tatsächlich durchgehalten! Und heute geht es bei Kostrzyn/Kietz über den allerletzten Grenzübergang.<br />
<strong><br />
<span style="color: #dd0000;">Deutschland begrüßt uns mit Pflaumen</span></strong><br />
Die Fahrt über die Oderbrücke ist unspektakulär. Keine Schranken, keine Zollhäuschen, keine Beamten. Keiner der uns anhält, keiner der uns fragt. Und trotzdem haben wir ein mulmiges Gefühl im Bauch. Erst recht, als wir auf der anderen Seite der Brücke das blaue Schild sehen: Bundesrepublik Deutschland.</p>
<p>Wir halten kurz an. Und in diesem Moment fängt es heftig an zu regnen. Eine tolle Begrüßung, denken wir. Während wir die Regensachen aus dem Koffer kramen und überziehen, steht wie aus dem Nichts plötzlich ein Mann mit Fahrrad neben uns: „Wollta Pflaumen?&#8221; Wir sind total verdattert: „Ja klar!&#8221; Und nehmen das deutsche Sommerobst aus dem Drahtkorb auf dem Gepäckträger wie ein Geschenk des Himmels entgegen. Auf einmal genießen wir die ersten Minuten im Heimatland.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Berlin-144km.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2158" title="Berlin-144km" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Berlin-144km-200x300.jpg" alt="Berlin-144km" width="123" height="183" /></a><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/BRD.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2154" title="BRD" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/BRD-300x199.jpg" alt="BRD" width="275" height="182" /></a></p>
<h6>Allerletzter Grenzübergang bei Kostrzyn: Von Polen in die BRD</h6>
<p>Eingepackt in wasserdichte Sachen nehmen wir Kurs auf Berlin. Als der Regen wie aus Eimern auf die Straße fällt, halten wir noch mal an einer überdachten Tanke an und essen dort unsere erste Bockwurst nach so langer Bockwurstabstinenz. In den Bergen Nepals hatten wir intensiv davon geträumt und in unseren Vorstellungen in die mit Senf getränkte Wurst gebissen. Und während wir uns schon wieder einen Traum erfüllen, entdeckt draußen ein Fan von alten Motorrädern die Emmen: „Seid Ihr am Losfahren oder Heimkommen?&#8221; Diese Frage löst ein eigenartiges Gefühl aus: „Wir glauben, wir kommen zurück&#8230;&#8221;</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Letzter Halt und erste Nacht</strong></span><br />
Am frühen Nachmittag spritzen wir durch die Riesenpfützen von Fredersdorf bei Berlin. Der Regen hat den ganzen Abenteuerstaub von den Motorrädern gewaschen. Schade. Als wir Absteigen und auf die guten Emmen gucken, können wir auf einmal gar nicht mehr begreifen, dass wir gerade vierzehn Monate und 34.000 Kilometer Eurasienabenteuer mit ihnen durchlebt haben.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Gebetsfahnen.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2155" title="Gebetsfahnen" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Gebetsfahnen-300x107.jpg" alt="Gebetsfahnen" width="323" height="112" /></a></p>
<h6>Da fühlt sich die Emme geehrt: Gebetsfahnen aus Tibet am Heck</h6>
<p>Die ersten Freunde empfangen und drücken uns. Da traut sich sogar die Sonne raus und wir genießen das erste Wiedersehen. Eine unbeschreibliche Mischung an Gefühlen durchfährt uns im Innern. Der Kopf schaltet ab und die Wirklichkeit verrückt. Die beiden Berliner Abenteurer <a href="http://www.heart-of-silkroad.de/" target="_blank">Ute und Andreas</a> sind auch gekommen, um den ersten Abend und die erste Nacht in Deutschland mit uns zu teilen. Eine super Überraschung. Die beiden wissen, wie wir uns jetzt fühlen und wahrscheinlich auch, was uns noch erwartet. Sie haben kleine Gebetsfahnen aus Tibet als Heimkehrergeschenk dabei. Perfekt. Die hängen wir ehrenvoll sofort ans Heck der Emme.</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Willkommen in zwanzig Sprachen</strong></span><br />
Samstag, 25. Juli. Ein aufregender Tag. Ein Heimkehrertag. Heute Mittag werden wir zuhause sehnsüchtig erwartet. Sie lauschen schon nach dem Ränktetängtäng&#8230;</p>
<p>Wir haben zum Glück ganz gut geschlafen. Vielleicht hatte die erste deutsche Bratwurst vom letzten Abend eine beruhigende Wirkung. Nervös verabschieden wir uns um neun Uhr morgens in Fredersdorf: Auf zur allerletzten Etappe. Mit einem Sound, der sehr vertraut ist, durchqueren wir nun die komplette Hauptstadt von einem Ende zum anderen &#8211; ein Schnitt durch die Mitte, immer der B5 entlang. Die Stadt wirkt so ruhig, so entspannt, so ordentlich. Am Himmel schon wieder ein paar Regenwolken. Bei grüner Welle und mit Herzklopfen reiten wir durch Berlin. Frankfurter Tor. Siebzehnter Juni. Ernst-Reuter-Platz. Wir halten einmal kurz an, als das Handy in Michas Jackentasche klingelt: „In Nauen wartet schon Eurer Begrüßungskorso!&#8221; Suses Eltern und ein paar Freunde lassen es sich nicht nehmen, uns wie beim Anfang der Reise auf den letzten Kilometern zu begleiten. Wir sind bald da! Als wir sie eine halbe Stunde später in Nauen entdecken und schon von Weiten in ihre glücklichen Gesichter sehen, können wir kaum noch aufs Motorradfahren achten. Ein großer, unbeschreiblicher Moment.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Nauen.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2156" title="Nauen" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Nauen-300x200.jpg" alt="Nauen" width="300" height="200" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Jeans.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2166" title="Jeans" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Jeans-147x300.jpg" alt="Jeans" width="97" height="200" /></a></p>
<h6>1. Begrüßungskorso an der B5, 2. Abgerittene Jeans: Von vorne eigentlich ganz ordentlich!</h6>
<p>Und dann geht es gemeinsam auf die B5. Das Wetter ist genauso aufgewühlt wie wir. Es stürmt und regnet auf einmal und wir fahren auf schnurgerader Straße in Schräglage durchs Land Brandenburg. Vor über einem Jahr ist Suse noch ziemlich wackelig ins Abenteuer gestartet. Heute bei der Rückkehr ist nicht zu übersehen, dass sie und ihre Emme ein eingespieltes Team geworden sind. Ach ja, was haben sie gemeinsam abgeritten: Hochgebirge, Wüsten, Chaosstädte&#8230; Der nasse, perfekte Asphalt der Bundesstraße fliegt bei diesen Gedanken unter den Rädern davon.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Happy.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2164" title="Happy" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Happy-300x224.jpg" alt="Happy" width="181" height="135" /></a><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/20-Schilder.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2161" title="20-Schilder" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/20-Schilder-300x180.jpg" alt="20-Schilder" width="225" height="135" /></a></p>
<h6>1. Angekommen &#8211; zumindest körperlich, 2. Zwanzig Mal Willkommen</h6>
<p>Oh man. Nur noch ein paar hundert Meter. Und da stehen sie schon und warten und winken! Mit Ränktetängtäng und Zweitaktwolke knattern wir den Lieben zuhause entgegen &#8211; vorbei an zig Begrüßungsschildern am rechten Straßenrand. Sie heißen uns Willkommen in den Landessprachen aller bereisten Länder. Tränen fließen. Die Anspannung und das Warten lösen sich in Erleichterung auf. Schnell erkennen wir die ganzen Veränderungen des ansonsten Vertrauten. Und wir erkennen auch gleich, was sich nicht verändert hat. Dieser Tag ist <em>v e R R ü c k t</em>. Unreal. Das Abenteuer ist noch nicht zu Ende.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Emmen-am-Ziel.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2160" title="Emmen-am-Ziel" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Emmen-am-Ziel-300x198.jpg" alt="Emmen-am-Ziel" width="204" height="134" /></a><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Tacho_Ende.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2162" title="Tacho_Ende" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/08/Tacho_Ende-300x206.jpg" alt="Tacho_Ende" width="195" height="133" /></a></p>
<h6>1. Angekommen? &#8211; Parkplatz in der Heimat, 2. Tachostand nach vierzehn Monaten: 34.970 km</h6>
<p>Während wir noch den ganzen Rest des Tages umarmen und feiern, stehen die beiden Packesel artig wie immer da und warten. Heute laden wir nicht ab. Und morgen drehen wir eine kleine Runde in der Prignitz&#8230;</p>
<div id="pfButton"><a href="http://www.mz-eurasien.de/deutschland/2009-08-20/ranktetangtang-die-heimkehr-der-emmenreiter?pfstyle=wp" title="Drucken" style="text-decoration: none;"><img id="printfriendly" style="border:none; padding:0;" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-print-icon.gif" alt="Drucken"/><span style="font-size: 12px; color: #000000;"> Drucken <img src="http://cdn.printfriendly.com/pf-pdf-icon.gif" alt="PDF-Version drucken" /> PDF </span></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Krakau: Entdeckungen an jeder Ecke</title>
		<link>http://www.mz-eurasien.de/polen/2009-08-11/krakau-entdeckungen-um-jeder-ecke</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 18:20:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eurasien</dc:creator>
				<category><![CDATA[Polen]]></category>

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		<description><![CDATA[Straßenkünstler am großen Marktplatz Rynek Glowny in Krakau Vier Tage in der heimlichen Immer-Noch-Hauptstadt Kaum zu glauben, dass wir nach vierzehn Monaten Abenteuer auch noch in Polen Überraschungen erleben. Krakau sei dank. Die zweitgrößte Stadt in Polska hat so viele Facetten, dass uns in vier Tagen kein einziges Mal langweilig wird. Im Gegenteil. 19. Juli. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Straßenkunst.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2037" title="Straßenkunst" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Straßenkunst-300x221.jpg" alt="Straßenkunst" width="325" height="240" /></a></p>
<h6>Straßenkünstler am großen Marktplatz Rynek Glowny in Krakau</h6>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Vier Tage in der heimlichen Immer-Noch-Hauptstadt</strong></span><br />
Kaum zu glauben, dass wir nach vierzehn Monaten Abenteuer auch noch in Polen Überraschungen erleben. Krakau sei dank. Die zweitgrößte Stadt in Polska hat so viele Facetten, dass uns in vier Tagen kein einziges Mal langweilig wird. Im Gegenteil.</p>
<p>19. Juli. Nach einer Zwischenübernachtung auf einer Kuhkoppel in der Slowakei haben wir die ukrainischen Karpaten schon wieder hinter uns gelassen und blicken jetzt auf das wirklich allerletzte Highlight der Reise. Wir fahren bei unglaublich feuchttropischen Wetterverhältnissen und mit guten Gefühlen über eine mehrspurige Fahrbahn langsam in Krakau ein. Irgendwo im alten <em>Kazimierz</em>-Viertel im Zentrum der Stadt wollen wir ein kleines Hostel suchen. Kein Problem, davon hat Krakau viele.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Polskifiat.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2043" title="Polskifiat" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Polskifiat-300x200.jpg" alt="Polskifiat" width="300" height="200" /></a></p>
<h6>Auch ein Gefährt mit Geschichte: der Polski Fiat</h6>
<p>Wir sind jetzt mittendrin. In der Stadt, die fünfhundert Jahre lang mal Hauptstadt Polens war und sich den schönen Anschein einer alten Diva bewahrt hat. In einem halbrenovierten Altbau in der Stradomska 27 haben junge Leute auf der zweiten Etage eine riesige Wohnung mit hohen Decken und altem Parkett ins gemütliche <a href="http://www.cinemahostel.com/de/" target="_blank">Cinema Hostel</a> verwandelt. Eine WG für vier Tage mit kostenlosem WLAN natürlich, das so schnell ist, dass einem beim Surfen schwindelig wird. Wir beziehen das Sin City-Zimmer und gehen im Hostelbad sofort in der schneeweißen Kabine unter die Duschbrause. Eine strahlende Dusche &#8211; immer noch Luxus. Die Emmen parken still und artig im Innenhof unter dem Fenster.</p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Typisch Europa</span></strong><br />
Polen ist das letzte Land auf der Reiseroute durch Eurasien. Wir denken möglichst nicht daran, dass wir in ein paar Tagen wieder zurück nach Deutschland ins neue alte Leben müssen. Uns ist jede Stunde bis dahin ein Geschenk. Und zum Glück liegt uns eine entspannte Stadt an der Weichsel zu Füßen, in der an jeder Ecke eine neue Überraschung wartet. Wir brauchen nur loszugehen..</p>
<p>&#8230;durch die mit renovierter Gotik, Renaissance und Barock bestückten Straßen der Altstadt, hin zur königlichen Wawel-Burg mit der unheimlich prunkvollen Bischofskathedrale. Ein mächtiger Unterschied zu den Tempeln und Moscheen in Asien. Die Krakauer Bauwerke des Christentums protzen im Innern mit gewaltiger Architektur, Gold und Marmor. Fotografieren verboten.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Kirchen.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2044" title="Kirchen" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Kirchen-300x200.jpg" alt="Kirchen" width="300" height="200" /></a></p>
<h6>Von Außen hoch, von Innen gewaltig: Die Wawel-Kathedrale</h6>
<p>Zwischendurch Mittagessen und Kaffee in einem Straßenrestaurant auf dem weitläufigen Hauptmarkt <em>Rynek Glowny</em> mit Blick auf die römisch-katholische Marienkirche. Von dessen Turm bläst jede volle Stunde wie schon vor siebenhundert Jahren ein Feuerwehrmann das Krakauer Trompetenspiel in die  vier Himmelsrichtungen. Die Klänge verzaubern für einen Moment diese tolle Stadt.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Krakau.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2045" title="Krakau" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Krakau-300x205.jpg" alt="Krakau" width="300" height="205" /></a></p>
<h6>Ausblick auf den Rynek Glowny vom Turm der Marienkirche</h6>
<p>Das ist typisch Europa: Romantische, saubere und einzigartige Altstädte mit hübschen Cafès und Restaurants, vor denen Straßenkünstler für Unterhaltung sorgen, solange man sich von seinen Besuchen in Kirchen und Museen erholt. In Krakau lassen sich Touristen nicht in Rikschas, sondern in königlichen Pferdekutschen durch die mondäne Mitte chauffieren. Wir spazieren auf den kurzen Wegen zwischen Hostel und den alten Schönheiten Krakaus lieber zu Fuß hin und her. Dabei spüren wir jeden Pflasterstein von Krakaus Gassen fast hautnah. Die Sohlen unserer täglich getragenen, hässlich-praktischen Birkenstock-Sandalen sind nämlich durchgelatscht. Die beiden Jeanshosen waren auch schon etliche Male beim Schneider und haben trotzdem schon wieder Risse. Wie das aussieht: scheißegal. Mode spielt einfach keine Rolle, solange wir noch unterwegs sind.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Wegweiser.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2047" title="Wegweiser" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Wegweiser-300x199.jpg" alt="Wegweiser" width="284" height="188" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Judenviertel.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2048" title="Judenviertel" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Judenviertel-222x300.jpg" alt="Judenviertel" width="141" height="188" /></a></p>
<h6>Wegweiser: Krakau ist voller Kultur und Geschichte</h6>
<p>Nach Einbruch der Dunkelheit kommen in den Straßen <em>Kazimiers</em> &#8211; Krakaus jüdisches Shtetl &#8211; Jazz und Klänge der jüdischen Klezmermusik aus den unzähligen, typischen Kellerkneipen nach oben. Obwohl in Krakau kaum noch Juden wohnen, wird die jüdische Geschichte und Kultur jeden Tag ein Stück mehr wieder belebt. Unverkennbar und ein wertvoller Teil der Identität dieser Stadt. Im Sommer findet hier Europas größtes jüdisches Festival statt.</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Schindler, Salz oder Kommunismus</strong></span><br />
Und natürlich stehen Auschwitz und Oskar Schindlers Emaillefabrik im Stadtteil Podgórze, in der über tausend Schindlerjuden den Holocaust überlebten, auf der Hitliste ausländischer Besucher. Die Tragödie der Juden als eine Facette von Krakau.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Schildhalter.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2049" title="Schildhalter" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Schildhalter-208x300.jpg" alt="Schildhalter" width="173" height="249" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Pharmamuseum.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2050" title="Pharmamuseum" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Pharmamuseum-200x300.jpg" alt="Pharmamuseum" width="166" height="249" /></a></p>
<h6>1. Persönliche Orientierung: Schilderhalter in der Innenstadt, 2. Regal im Pharmaziemuseum</h6>
<p>Aus dem ganzen Facettenfächer wählen wir heute eine aus, von der wir erst nicht wissen, ob sie es wert ist: das königliche Salzbergwerk. Wir springen auf den Minibus nach Wieliczka am Stadtrand von Krakau auf. Der Busfahrer umfährt einen Stau und dröhnt alle mit polnischem Schlager zu. Aber alles lohnt sich. Dreihundert Meter tief und neunhundert Jahre alt tut sich uns unter der Erde plötzlich eine ganze Stadt in hartes, graues Salz gehauen auf: 250 Kilometer unterirdische Wege durch das weiße Gold, sogar eine riesige Kirche und richtige Festsäle &#8211; alles Weltwunder im Salz. Wir laufen mit aufgerissenen Augen über drei Stunden lang dem jungen Salzweltführer im Halbdunkeln hinterher und bekommen trotzdem nur ein Prozent von dieser einmaligen Mine zusehen. Europa versteckt Schätze, von denen wir bis dahin noch nicht einmal gehört haben. Danach ist dann der perfekte Zeitpunkt für eine gut gesalzene polnische Mahlzeit: Piroggen und Zurek-Suppe.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Piroggi.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2051" title="Piroggi" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Piroggi-300x202.jpg" alt="Piroggi" width="300" height="202" /></a></p>
<h6>Typisch polnisch und köstlich: Piroggen und Zurek-Suppe</h6>
<p>Jeden Tag müssen wir uns wieder für eins der vielen Dinge, die Krakau noch bietet, entscheiden. Wir durchwühlen nach dem Frühstück die Prospekte auf dem Tresen im Hostel: Ein Besuch der kommunistischen Planstadt <em>Nova Huta</em> oder altes, feines Pharmaziemuseum? Was wir diesmal nicht mitnehmen, heben wir für den nächsten Besuch in Krakau auf.</p>
<p>Abends im Doppelstockbett von Ikea empfangen wir vorm Schlafengehen auf dem Laptop zum ersten Mal seit vierzehn Monaten deutsches Internet-TV. 37Grad präsentiert „Traumjob Kassiererin&#8221; und „Mein neues teures Gesicht&#8221;. Ein kurzer Blick in Richtung Heimat. Danach wissen wir nicht, ob wir Angst haben oder uns auf Deutschland freuen sollen. &#8220;Lass uns erstmal das Wiedersehen mit Familie und Freunden genießen.&#8221; Ja genau, da steigt auch gleich die Euphorie&#8230;</p>
<p><strong>Demnächst</strong><em><strong>:</strong></em> <em>Ränktetängtäng&#8230; Die Heimkehr der eMMenreiter</em></p>
<div id="pfButton"><a href="http://www.mz-eurasien.de/polen/2009-08-11/krakau-entdeckungen-um-jeder-ecke?pfstyle=wp" title="Drucken" style="text-decoration: none;"><img id="printfriendly" style="border:none; padding:0;" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-print-icon.gif" alt="Drucken"/><span style="font-size: 12px; color: #000000;"> Drucken <img src="http://cdn.printfriendly.com/pf-pdf-icon.gif" alt="PDF-Version drucken" /> PDF </span></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Fit fürs Abenteuer: MZ-Umbauten im Test</title>
		<link>http://www.mz-eurasien.de/allgemeines/2009-07-26/fit-furs-abenteuer-mz-umbauten-im-test</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 03:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eurasien</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach 34.000 Kilometern unterwegs in Eurasien ist es Zeit für ein technisches Resümee: Welche Umbauten an der MZ haben sich bewährt? Besser gefedert &#8230;durch verstärkte Telegabelfedern und Begrenzung des Ausfederweges Testurteil: Federn sehr gut, Ausfederbegrenzung ggf. verbesserbar Volle Gepäckbeladung und schlechte Straßen erfordern eine bessere Federung der MZ. Absolut empfehlenswert sind Gabelfedern von Wirth. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/abenteuer.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1163" title="abenteuer" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/abenteuer-300x195.jpg" alt="abenteuer" width="307" height="200" /></a></p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong> </strong></span></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Nach 34.000 Kilometern unterwegs in Eurasien ist es Zeit für ein technisches Resümee: </span></strong><span style="color: #000000;"><strong>Welche Umbauten an der MZ haben sich bewährt?</strong> </span></p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Besser gefedert</strong></span><br />
<span style="color: #000000;"><strong>&#8230;durch verstärkte Telegabelfedern und Begrenzung des Ausfederweges</strong><br />
<em>Testurteil: Federn sehr gut, Ausfederbegrenzung ggf. verbesserbar</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Volle Gepäckbeladung und schlechte Straßen erfordern eine bessere Federung der MZ. Absolut empfehlenswert sind <strong>Gabelfedern von Wirth</strong>. Die Wirth-Federn sind etwas länger, bestehen aus einem stärkeren Material und federn progressiv, d.h. sie sind am Ende enger gewickelt. Zur besseren Abdichtung sollten unbedingt <strong>Simmerringe mit Doppellippe</strong> und ein hochwertiges Gabelöl verwendet werden, beides ebenfalls erhältlich bei Wirth. Unserer Erfahrung nach ist mit den Wirth-Federn ein Durchschlagen der Federung unmöglich. Sie sind straff und dennoch komfortabel bei gutem Ansprechverhalten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Einen Nachteil haben verstärkte Telegabelfedern allerdings: Das bekannte Problem des Rückschlagens beim vollen Ausfedern der Gabel wird damit noch verstärkt. Da die Telegabel der MZ nur an zwei sechser Bolzen hängt, die im schlechtesten Fall ausbrechen und die Reise damit beenden können, ist es unbedingt notwendig, die Gabel am vollen Ausfedern zu hindern.</span></p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/zurrgurt-oben.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1126" title="zurrgurt-oben" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/zurrgurt-oben-150x150.jpg" alt="zurrgurt-oben" width="108" height="108" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/zurrgurt-unten.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1127" title="zurrgurt-unten" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/zurrgurt-unten-150x150.jpg" alt="zurrgurt-unten" width="107" height="107" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/zurrgurt-gesamt.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1128" title="zurrgurt-gesamt" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/zurrgurt-gesamt-150x150.jpg" alt="zurrgurt-gesamt" width="108" height="108" /></a><span style="color: #000000;"> </span></p>
<h6><span style="color: #000000;">Befestigung der Zurrgurte an der Telegabel</span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Unser Tipp zur <strong>Begrenzung des Ausfederweges</strong>: Am einfachsten und effektivsten begrenzt man den Ausfederweg mit einem stabilen Zurrgurt. Die Enden des Gurtes werden mit zwei Löchern versehen. Diese sollten einen Durchmesser von 6 mm (unten) bzw. 8 mm (oben) und einen Abstand von ca. 34 cm zueinander haben. Die Gurtenden und Löcher werden vor der Montage, z.B. mit Hilfe eines Feuerzeuges, leicht erhitzt und somit versiegelt. Der Zurrgurt wird dann OBEN mit der Klemmschraube der Telegabel an der Gabelbrücke (Blinkeraufnahme) und UNTEN mit der hinteren Kotflügelschraube am Gleitrohr der Telegabel befestigt. Möglichst großflächige Unterlegscheiben minimieren das Risiko des Ausreißens.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Falls das Problem unterwegs auftritt, kann auch ein fester Gummi(zurr)gurt verwendet werden. Der Gurt wird über die Gabelbrücke (rechts oder links neben dem Scheinwerfer) gelegt und beide Enden unten an der Aufnahme für die Kotflügelschraube eingehängt. Alternativ kann ein Ende des Gurtes auch am Lenker befestigt werden und das andere Ende dort, wo das Schutzblech ans Gleitrohr geschraubt ist. Diese <strong>Notlösung</strong> ist allerdings nicht von Dauer, denn besonders bei der letztgenannten Variante scheuern die Gurte schnell durch.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>&#8230;und längere, härtere Federbeine am Hinterrad</strong><br />
<em>Testurteil: Nicht perfekt, aber besser als die Standardfederbeine</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Durch die längeren und härteren Gabelfedern am Vorderrad steht das Motorrad vorne etwas höher. Um diesen Nachteil auszugleichen, entschieden wir uns für <strong>Federbeine der MZ ETZ 251/301</strong>, die etwa 10 bis 15 mm länger sind. Sie sind über die Firma Schwarz-Federn erhältlich.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Federbeine der MZ ETZ251/301 wurden zusätzlich durch härtere Federn und dementsprechend angepasste Dämpfung (Verwendung anderer Ventile) modifiziert. Die Firma Schwarz-Federn kann nach Anfrage solche <strong>modifizierten Federbeine</strong> liefern.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ein Durchschlagen der Federung am Hinterrad können wir damit zwar nicht immer vermeiden, jedoch erheblich reduzieren.</span></p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Räder gut gelagert</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;mit beidseitig abgedeckten Radlagern</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Sehr empfehlenswert</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Saubere und gut geschmierte Radlager halten länger. Und die Verschmutzungsgefahr auf so einer Reise ist groß, insbesondere bei Wasserdurchfahrten. Daher empfehlen wir <strong>beidseitig abgedeckte Lager</strong> (Doppel Z/ RS), am besten mit <strong>Kunststoff-Abdeckung</strong>. Solche Lager lassen sich mit einem kleinen Schraubendreher leicht öffnen und sind daher besser zu prüfen und zu warten. Die mit Metall abgedeckte Variante lässt sich unserer Erfahrung nach nicht öffnen, ohne die Abdeckung zu zerstören. Sind die Kugeln und der Lagerkäfig einsehbar, muss man sich bei der Prüfung nicht nur auf sein Gehör verlassen und die Lager können bei Bedarf nachgefettet werden.</span></p>
<h6><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/radlagereinsicht.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1131" title="radlagereinsicht" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/radlagereinsicht-150x150.jpg" alt="radlagereinsicht" width="150" height="150" /></a> Geöffnetes Radlager mit Kunststoff-Abdeckung</h6>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Keine Speiche in der Bremstrommel</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;dank der Fixierung der Speichen mit Panzertape</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Hilfreicher Trick mit kleinem Nachteil</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Unterwegs hatten wir besonders bei Michaels MZ öfter das Problem, dass die alten Speichen im Hinterrad ausgebrochen sind. Nicht die Speiche selbst, sondern die Speichennippel waren die Schwachstelle. Eine lose Speiche, die man nicht immer sofort bemerkt, kann sich schnell in die Bremstrommel ziehen und dort größeren Schaden anrichten.</span></p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/speiche.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1133" title="speiche" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/speiche-176x300.jpg" alt="speiche" width="66" height="113" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/fixierung.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1134" title="fixierung" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/fixierung-150x150.jpg" alt="fixierung" width="114" height="114" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/speiche-kaputt.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1135" title="speiche-kaputt" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/speiche-kaputt-150x150.jpg" alt="speiche-kaputt" width="114" height="114" /></a></p>
<h6><span style="color: #000000;">1. Gebrochener Nippel, 2. Fixierung, 3. Speichenreste aus der Bremstrommel</span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Um das zu verhindern, hat sich Panzertape bewährt. Damit haben wir überall dort, wo sich ein Speichenpaar kreuzt, die Speichen miteinander fixiert. So muss eine lose Speiche nicht direkt an Ort und Stelle ausgewechselt werden, um Schlimmeres zu verhindern. Bei dem Trick mit der <strong>Panzertapefixierung</strong> müssen die Speichen allerdings genauer geprüft werden, weil damit ein gebrochener Speichennippel schwerer erkennbar ist.</span></p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Guter Grip auf jeder Strecke</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;mit der Armeestolle von Heidenau</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Sehr gut, 34.000 km plattfußfrei</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Eine gute Bereifung erklärt sich von selbst. Die Räder hatten wir zu Beginn der Reise mit <strong>Enduroreifen von Heidenau</strong> bestückt. Dasselbe Stollenprofil kam damals bei den NVA-Modellen zum Einsatz und hat sich auch auf unserer Tour über alle Pisten hervorragend bewährt. Wir mussten die abgefahrenen Hinterreifen bei beiden MZ nach über 18.000 Reisekilometern das erste Mal wechseln. Auf der ganzen Tour  hatten wir außerdem keinen einzigen Plattfuß!</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Reifen vorn: 3.00 &#8211; 18 M/C Enduro K41<br />
Reifen hinten: 3.50 &#8211; 18 M/C Enduro K37</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Damit sich kein Schlamm zwischen Reifen und Schutzblech sammelt, der das Vorderrad blockieren könnte, wurden die vorderen <strong>Schutzbleche</strong> einige Zentimeter nach oben versetzt.</span></p>
<h6><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/reifen-schutzblech.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1137" title="reifen-schutzblech" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/reifen-schutzblech-150x150.jpg" alt="reifen-schutzblech" width="150" height="150" /></a> Stolle und höheres Schutzblech</h6>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Gut geschmiert: Das richtige Gemisch</span><br />
1<span style="color: #000000;"> Liter Benzin, 25 ml ÖL und etwas Bleiersatz</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Kein Kolbenklemmer, gesundes Motorengeräusch</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Unsere MZ sind immer mit einer <strong>Benzin-Öl-Mischung von 1:40</strong> unterwegs. Außerdem geben wir bei jeder zweiten Tankfüllung eine Kappe <strong>Bleiersatz</strong> (von LiquiMoli) dazu. Zwar dient Bleiersatz in der Regel dem Schmieren der Ventile älterer Viertaktmotoren (z.B. beim VW Käfer oder VW Bulli), die beim Zweitakter ja nicht vorhanden sind, aber bei der teilweise hohen Belastung der Emmenmotoren haben wir uns dennoch dafür entschieden. Das Mehr an Schmierung pflegt insbesondere das untere Pleuellager.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die manchmal schlechtere Benzinqualität hat den MZ-Motorrädern nicht geschadet. Sie geben sich notfalls auch mit 72 Oktan zufrieden. Wenn kein <strong>Zweitakteröl</strong> erhältlich war &#8211; bspw. in Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan &#8211; verwendeten wir problemlos normales 10 oder 15 W 40 Öl. Vor Abfahrt muss dann nur der Tank einmal geschüttelt werden.</span></p>
<h6><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/reservekanister.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1138" title="reservekanister" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/reservekanister-300x158.jpg" alt="reservekanister" width="232" height="122" /></a> <span style="color: #000000;">Kanister im Alukoffer</span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Für Länder wie Tadschikistan und Iran, in denen Strecken mit bis zu 700 Kilometern ohne Tankmöglichkeit überbrückt werden müssen, haben wir zwei <strong>20-Liter-Stahlkanister</strong> der Bundeswehr für Reservebenzin dabei. Diese Kanister schließen bestens ab und lassen sich gefahr- und geruchlos in den Alukoffern verstauen.</span></p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Die Emme fest im Griff</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;durch einen breiteren Endurolenker</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Sehr gut</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Für ein besseres und sicheres Handling der MZ, insbesondere beim Offroadfahren und mit voller Beladung, ist ein <strong>Endurolenker</strong><strong>Plastikschalen von Acerbis</strong> montiert. (Crosslenker) mit einer Breite von etwa 870 mm und einer Höhe von etwa 110 mm von großem Vorteil. Der Lenker, erhältlich z.B. bei Hein Gericke, schafft außerdem eine angenehmere Sitzhaltung &#8211; vor allem in Verbindung mit einer erhöhten Sitzbank (siehe: Bequem im Sattel). An die Enden des Lenkers haben wir zum Schutz für Hände und Hebel die bereits bewehrten, stabilen</span></p>
<h6><span style="color: #000000;"><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/lenkerschutz.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1139" title="lenkerschutz" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/lenkerschutz-150x150.jpg" alt="lenkerschutz" width="150" height="150" /></a> Acerbis-Schalen am Endurolenker</span></h6>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Fit für die Höhe</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;mit tieferer Vergasernadel und durchlöchertem Luftfilterdeckel</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: 4.700 Höhenmeter bezwungen</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Weniger Sauerstoff in der Luft macht sich schon ab einer Höhe von zweitausend Metern durch verringerte Motorenleistung bemerkbar. Die MZ ETZ 250 ist relativ höhentauglich. Aber bei einem Zwanzig-PS-Motor kann bereits ein geringer Leistungsabbau die Fahrt über steile, steinige Bergpässe erschweren.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Um zu verhindern, dass der Motor in der Höhe zu viel Kraftstoff bekommt, wird die <strong>Nadel im Vergaser</strong> möglichst tief gehängt (oberstes Kerbenpaar). Alternativ oder zusätzlich hilft eine <strong>kleinere Hauptdüse</strong> (25 statt 30er). Die hatten wir allerdings nicht ausprobiert.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Parallel dazu wird der Metalldeckel des Standard-Papierluftfilters ringsum am äußeren Rand mit Löchern versehen, die den Luftdurchsatz erhöhen. Damit kann der Motor wieder besser „atmen&#8221;. Wir bohrten ungefähr 20 Löcher mit 6 mm Durchmesser in den Deckelrand, obwohl wir mancherorts noch mehr bzw. größere Löcher hätten vertragen können.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/luftfilterdeckel.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1141" title="luftfilterdeckel" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/luftfilterdeckel-150x150.jpg" alt="luftfilterdeckel" width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/deckelschutz.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1142" title="deckelschutz" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/deckelschutz-150x150.jpg" alt="deckelschutz" width="150" height="150" /></a></span></p>
<h6><span style="color: #000000;">Luftfilterdeckel: 1. Löcher teilweise abgeklebt, 2. mit Stoff überzogen</span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Vor der Montage zieht man einen reißfesten Nylonstrumpf über den <strong>durchlöcherten Luftfilterdeckel</strong>, um Staub abzuhalten. Je nach Bedarf bzw. Höhe sind die Löcher im Luftfilterdeckel, z.B. mit Panzertape, leicht wieder verschließbar.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mit der kleinen Modifikation an Vergasernadel und Luftfilterdeckel sowie einem 15er-Antriebsritzel sind unsere Maschinchen im ersten und zweiten Gang <strong>als erste MZs</strong> über die höchstgelegene Landesgrenze der Welt geknattert: dem rund 4700 Meter hohen <a href="http://www.mz-eurasien.de/china/2008-10-05/westchina-kurzer-transit-lange-wartezeit" target="_blank">Khunjerab-Pass</a> zwischen China und Nordpakistan!</span></p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Immer gute Sicht</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;bei Lampen mit stärkerer Lichtausbeute</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Bedingt empfehlenswert</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Gutes Licht heißt gute Sicht. Obwohl wir Nachtfahrten möglichst vermeiden, sind helle Lampen auch bei Staub- und Regenfahrten hilfreich. Die vor Abreise eingebauten, teuren <strong>OSRAM Leuchten </strong>mit versprochenen 90 Prozent mehr Lichtausbeute sind tatsächlich super hell. Beide Lampen waren jedoch bereits nach nur etwa 3500 Kilometern defekt. Seit dem benutzen wir <strong>Leuchten mit etwa 50 Prozent gesteigerter Lichtausbeute</strong>, die bis dato halten.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Spiegel und Scheinwerfergläser beklebten wir mit einer speziellen <strong>Schutzfolie</strong>, z.B. von Linse Glasfolien, damit Spiegel und Glas bei Steinschlag oder Ähnlichem nicht sofort zerspringen und aus der Halterung fallen.</span></p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Alles sicher verstaut</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;mit selbst gebauten Kofferträgern und Alukoffern nach Maß</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Gepäckträger sehr gut, Alukoffer gut, Tankrucksack gut</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wie bekommt man das Reisegepäck sturzsicher und wasserfest verpackt? Als Lösung haben sich <strong>Aluminiumkoffer</strong> bereits auf vielen anderen Motorradabenteuern bewährt. Sie sind leicht und stabil. Unsere 70-Liter-Koffer (48L x 32,5B x 49H cm) hat die Firma RPX mit 2 mm dickem Alublech nach Maß angefertigt. Wir selbst mussten die Koffer noch im Innern mit eingeklebten, dünnen Isomatten (z.B. von Globetrotter) versehen, um so das Gepäck vor Aluminiumabrieb zu schützen. Auch wenn die Verarbeitung der Koffer, bspw. mit ungeschliffenen Schweißnähten, zu Wünschen übrig lässt und die eingebauten Schlösser ganz schön hakelig daherkommen, haben wir die Investition nicht bereut.</span></p>
<h6><span style="color: #000000;"><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/koffertraeger.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1144" title="koffertraeger" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/koffertraeger-150x150.jpg" alt="koffertraeger" width="150" height="150" /></a> Unterer Befestigungspunkt des Kofferträgers</span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Für die stabile Befestigung der Koffer am Motorrad haben wir <strong>Kofferträger aus Flachstahl</strong> im Eigenbau angefertigt. Die etwa 10 Kilogramm schwere Konstruktion hat sich hervorragend bewährt. Auch bei der Mitnahme eines Sozius` und kleineren Ausrutschern der MZ. Diese Art Kofferträger verlangt allerdings einen Umbau des Seitenständers.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/rucksack-innen.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1145" title="rucksack-innen" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/rucksack-innen-150x150.jpg" alt="rucksack-innen" width="116" height="116" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/rucksack.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1146" title="rucksack" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/rucksack-150x150.jpg" alt="rucksack" width="118" height="118" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/rucksack-platte.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1147" title="rucksack-platte" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/rucksack-platte-150x150.jpg" alt="rucksack-platte" width="117" height="117" /></a></span></p>
<h6><span style="color: #000000;">1. Polster für die Kamera, 2. Befestigung mit Keil, 3. Verstärkte Grundplatte</span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Um die Kamera vor Vibrationen zu schützen, haben wir den einfachen<strong> Riemen-Tankrucksack TR1 von Louis </strong>mit zugeschnittenem Schaumstoff ausgepolstert. Die Iso-Sitzkissen von Globetrotter eignen sich unserer Ansicht nach sehr gut dafür. Zur besseren Stabilität und Entlastung des Reisverschlusses nieteten wir unter den anzuschnallenden Teil des Tankrucksacks (Grundplatte) eine selbst gefertigte <strong>Aluminiumplatte</strong> mit Aussparung für den Tankdeckel. Damit der Tankrucksack waagerecht sitzt, klemmt zwischen Rucksack-Grundplatte und Tank ein passender Keil, bspw. aus Styropor, der mit Panzertape ummantelt wird. Die Kamera ist damit bestens verstaut und immer schnell zur Hand.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Der Rest des Gepäcks kam in die alt bewährte, wasserdichte <strong>Gepäckrolle von Ortlieb</strong>.</span></p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Bequem im Sattel</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;auf dem Armeesitz und Luftkissen von Airhawk</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Beides sehr empfehlenswert</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ein wundes Steißbein oder schmerzender Hintern sind eine große Qual, besonders wenn lange Streckenabschnitte vor einem liegen. Beide Emmen bekamen deshalb einen breiten <strong>NVA-Einzelsitz</strong> verpasst. Der ist heutzutage nur noch gebraucht erhältlich oder selbst zu bauen. Für den perfekten Komfort ließen wir vom Sattler beide Sitze neu polstern und mit Leder/Kunstleder beziehen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/luftkissen.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1149" title="luftkissen" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/luftkissen-150x150.jpg" alt="luftkissen" width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/armeesitz.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1150" title="armeesitz" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/armeesitz-150x150.jpg" alt="armeesitz" width="150" height="150" /></a></span></p>
<h6><span style="color: #000000;">1. Armeesitz mit Luftkissen, 2. Selbst gebaute Unterkonstruktion</span></h6>
<p><span style="color: #000000;">In die Grundplatte des NVA-„Sessels&#8221; pressten wir vier Gewindehülsen (8 mm) ein, an die wir unsere selbst gebaute <strong>Unterkonstruktion aus Flacheisen </strong>befestigen konnten. Die um etwa 5 cm erhöhte Sitzposition empfinden wir als sehr angenehm.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Für sehr empfindliche Hinterteile empfehlen wir zusätzlich das <strong>Luftkissen von Airhawk</strong>, das von der Form her genau auf den Armeesitz passt. Die Luftkammern im Kissen verteilen den Druck gleichmäßig, dadurch bleibt man von schmerzenden Druckstellen verschont. Unbedingt ausprobieren!</span></p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Immer in die richtige Richtung</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;mittels Navigationsgerät GPS MAP 276 C von Garmin</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Schon vor Abreise Schrott!</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Garmin bzw. Touratech Nord in Hamburg konnten uns vor Abreise leider kein funktionierendes Gerät liefern. Bei dem <strong>Motorrad-GPS MAP 276 C</strong>, das wir bereits zwei Jahre vorher bei Touratech Nord gekauft hatten, waren u.a. alle Routingsoftwareversionen fehlerhaft und der Akku vibrierte beim Fahren ständig aus der Halterung. Ein paar Wochen vor unserer Abreise lief die zweijährige Gewährleistungsfrist ab und wir hatten noch immer kein einwandfreies Gerät. Pech gehabt! So die Botschaft von Garmin und Touratech Nord. Man bat uns ein neues Gerät &#8211; mittlerweile ein Auslaufmodell &#8211; zum halben Preis an. Das wurde uns dann mit etlichen Wochen Verspätung per Nachnahme nach Hause geschickt, wo keiner mehr die Tür öffnete, weil wir schon längst unterwegs waren. Als Nächstes kam dann auch noch eine Zahlungsmahnung per Post, für ein Gerät, das wir nie zu Gesicht bekamen. Eine Enttäuschung auf ganzer Linie, technisch und menschlich!</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Unterwegs haben wir schnell festgestellt, dass ein GPS-Gerät in allen Ländern unserer Reise gar nicht nötig ist. Gute <strong>Straßenkarten</strong> sind im Handel für jedes Land erhältlich. Damit geht man nirgendwo verloren. Zur Not helfen auch der klassische <strong>Taschenkompass</strong> oder die Tipps von anderen Reisenden und ortskundigen Einheimischen. <strong>Reiseführer</strong> wie die von Lonely Planet beinhalten außerdem ausreichend informative Stadtpläne für die Orientierung in größeren Ortschaften.</span></p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Immer unter Strom</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;über die Bordsteckdose</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Für den Notfall sehr hilfreich</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Damit uns in einsamen Gegenden nicht der Strom ausgeht, montierten wir am Lenker eine <strong>Bordsteckdose</strong>, z.B. erhältlich bei Louis und Touratech. Darüber lässt sich zum einen die Batterie der MZ ohne Ausbau schnell und einfach laden. Zum anderen versorgt die Bordsteckdose fernab der Zivilisation auch Handy, Kamera und Laptop mit Strom.</span></p>
<h6><span style="color: #000000;"><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/bordsteckdose.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1151" title="bordsteckdose" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/bordsteckdose-150x150.jpg" alt="bordsteckdose" width="150" height="150" /></a> Platzierung der Bordsteckdose</span></h6>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Verdoppelter Diebstahlschutz</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;durch Unterbrechung der Stromzufuhr</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Anscheinend wirksam</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Diebstahlgefahr ist in Eurasien nicht größer als in Deutschland. Um trotzdem auf Nummer sicher zu gehen, montierten wir an beiden Motorrädern ein zusätzliches Schloss, das die <strong>Stromzufuhr</strong> zur Zündspule unterbricht. Ein unbefugter Start des Motors ist damit unmöglich. Ansonsten haben wir die Motorräder neben dem obligatorischen Lenkerschloss mit einer sehr stabilen <strong>„Panzerkette&#8221; von Abus </strong>(City Chain X-Plus) gesichert. Mit der 1,2 Meter langen Ausführung lassen sich beide Emmen inkl. der Ersatzreifen vor Langfingern schützen.</span></p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Schutz für frierende Hände</span><br />
<span style="color: #000000;">&#8230;mittels Griffheizung von Daytona</span></strong><span style="color: #000000;"><br />
<em>Testurteil: Leider durchgefallen</em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wer fährt schon gerne mit steifen, durchgefrorenen Händen? Und auf hohen Strecken wie den Pamir- und den Karakorum-Highway fallen die Temperaturen nicht selten unter Null. Die eingebaute Griffheizung mit den hoch gelobten <strong>Heizgummis von Daytona</strong> hat sich bei uns allerdings nicht bewährt.</span></p>
<h6><span style="color: #000000;"><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/griffheizung.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1153" title="griffheizung" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2008/12/griffheizung-300x189.jpg" alt="griffheizung" width="204" height="128" /></a> Schalter der Griffheizung</span></h6>
<p><span style="color: #000000;">Erstens: Bei Schalterstellung START darf man laut Bedienungsanleitung nicht vergessen, spätestens nach einer Minute auf die Schalterstellung ON zu wechseln. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Heizgriffe zerstört werden. Eine ziemlich dumme Erfindung, und das bei einem hohen Preis. Zweitens: Die Heizleistung ist viel zu gering. Kein Vergleich zur Griffheizung zum Beispiel von BMW. Einen wärmenden Effekt konnten wir gerade mal durch dünne Sommerhandschuhe spüren.</span></p>
<div id="pfButton"><a href="http://www.mz-eurasien.de/allgemeines/2009-07-26/fit-furs-abenteuer-mz-umbauten-im-test?pfstyle=wp" title="Drucken" style="text-decoration: none;"><img id="printfriendly" style="border:none; padding:0;" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-print-icon.gif" alt="Drucken"/><span style="font-size: 12px; color: #000000;"> Drucken <img src="http://cdn.printfriendly.com/pf-pdf-icon.gif" alt="PDF-Version drucken" /> PDF </span></a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Strastwuitje, Röckchen und Kompott</title>
		<link>http://www.mz-eurasien.de/ukraine/2009-07-19/strastwuitje-rockchen-und-kompott</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 19:59:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eurasien</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ukraine]]></category>

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		<description><![CDATA[Odessa am 8. Juli: Hübsche Parade zur Ehrung der Matrosen Liebe Ukraine Strastwuitje, liebe Ukraine! Du hast es geschafft, die letzten Tage unserer Reise tatsächlich zu versüßen. Und das nicht nur mit deinem erfischenden Erdbeerkompott. Als wir am 30. Juni vom rumänischen Donaudelta kommend das Eingangsschild der ukrainischen Kleinstadt Ismail passieren, wollen wir nur kurz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Matrosinnen.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1980" title="Matrosinnen" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Matrosinnen-300x209.jpg" alt="Matrosinnen" width="331" height="231" /></a></p>
<h6>Odessa am 8. Juli: Hübsche Parade zur Ehrung der Matrosen</h6>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Liebe Ukraine</strong></span><br />
Strastwuitje, liebe Ukraine! Du hast es geschafft, die letzten Tage unserer Reise tatsächlich zu versüßen. Und das nicht nur mit deinem erfischenden Erdbeerkompott.</p>
<p>Als wir am 30. Juni vom rumänischen Donaudelta kommend das Eingangsschild der ukrainischen Kleinstadt Ismail passieren, wollen wir nur kurz tanken und dann irgendwo an einem der Seen in der Nähe unser Zelt aufschlagen. Wir sind ganz schön geschlaucht und die große Werbetafel des VIP Hotels ist auf einmal sehr verlockend. „Lass uns wenigstens mal gucken!&#8221; Und schon sind wir drin.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Borschtsch.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1988" title="Borschtsch" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Borschtsch-300x206.jpg" alt="Borschtsch" width="260" height="178" /></a></p>
<h6>Ukraine geht durch den Magen: Borschtsch nach Hausfrauenart</h6>
<p>Die Chefin des kleinen Hauses empfängt uns wie eine Mama: „Trinkt erst mal einen Kaffee, poschalsta!&#8221; Sie spricht Ukrainisch oder Russisch &#8211; irgendwas können wir immer raushören und verstehen. Mit jedem Wort Russisch, das wir antworten, ernten wir ein Strahlen auf ihrem Gesicht. Die Zimmer des gemütlichen Hotels sind die modernsten und gleichzeitig häuslichsten auf der ganzen Reise. Dafür knappen wir gerne dreißig Euro von dem noch übrig gebliebenen Geld ab. Zum Abendbrot im Garten serviert uns „Mama&#8221; erntefrische Gurken und Pfirsiche aus ihrem Garten.</p>
<p>Unten im kleinen Innenhof lernen wir ein Team von <a href="http://www.osce.org/de/" target="_blank">OSZE</a> kennen, die ebenfalls gerade angekommen sind. Vier Ukrainer und zwei Bayern, die tagsüber einheimischen Grenzbeamten Seminare über Diplomatie und Sicherheit geben. Eine sehr unterhaltsame und entspannte Runde, die wir nicht nur einmal treffen.</p>
<p>Suse kommt den nächsten Tag über kaum aus dem Zimmer. Irgendwas hat sie sich eingefangen, aber das kann die Laune nicht trüben. Wir bleiben einfach noch eine Nacht länger in Ismail, bevor es in die Hafenstadt Odessa geht.</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Odessa &#8211; ein Sommerkleid</strong></span><br />
Kein Wunder, das berühmte Dichter und Künstler, die nach Odessa kamen, sich in diese Stadt verliebten. Odessa ist einfach nur inspirierend, schön und angenehm &#8211; wie ein Sommerkleid und die frische Brise vom Schwarzen Meer. In den antiken Straßen mit ihren maroden und renovierten Prachtaltbauten, auf den schönen Plätzen und in den kleinen Parks der Stadtmitte scheint es, als wären wir auf einem Fest gelandet. Die Frauen und Mädchen übertrumpfen sich in der Auswahl ihrer auffallenden Kleider und bunten High Heels. Die Odessiten strahlen eine ansteckende Fröhlichkeit und Gelassenheit aus. Die Hauptstadt des Lachens, sagt man.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Odessa-1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1989" title="Odessa-1" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Odessa-1-300x200.jpg" alt="Odessa-1" width="285" height="190" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Kompott.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1990" title="Kompott" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Kompott-200x300.jpg" alt="Kompott" width="134" height="201" /></a></p>
<h6>1. Katerynynska-Platz in Odessa-Mitte, 2. Typisch ukrainische Erfrischung: Kompott</h6>
<p>Wir setzen uns in ein nettes Straßencafé auf die <em>Deribasivska</em>. Die berühmte Fußgängermeile ist das Herz der Stadt und Laufsteg ukrainischer Modepüppchen. Von hier aus können wir beide bei einem frischen Kompott wunderbar beobachten, hinter welchen außergewöhnlichen Varianten von Stoff die Damen einen Teil ihrer wohlgeformten Körper verstecken.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Ukraine.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1991" title="Ukraine" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Ukraine-300x221.jpg" alt="Ukraine" width="272" height="201" /></a></p>
<h6>Ukraine: Röckchen ein Muss</h6>
<p>Wir wohnen im Stadtteil Luzanovka &#8211; eine Viertelstunde Fahrt mit dem Minibus 146, 170, 240, 242 oder 270 vom Zentrum entfernt &#8211; direkt am Meeresufer. Hier sind wir durch Zufall in einer kleinen Container-Feriensiedlung gelandet, in der außer uns nur ukrainische Familien Strandurlaub machen. Ferien im Container &#8211; gar nicht mal so schlecht.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Feriendomizil.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1992" title="Feriendomizil" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Feriendomizil-300x200.jpg" alt="Feriendomizil" width="275" height="183" /></a></p>
<h6>Luzanovka: Anruf nachhause vor unserem Feriencontainer am Meer</h6>
<p>Nach dem morgendlichen Badengehen und einem Campingfrühstück auf der Holzbretterterrasse machen wir von hier aus unsere täglichen Ausflüge „in die Stadt&#8221;. Streifen dort mehrmals durch die schattigen Straßen, um eines der schönsten Opernhäuser der Welt herum und über den grünen Primorsky-Boulevard zur geschichtsträchtigen <em>Potemkinschen Treppe</em>. Odessas Innenstadt ist an vielen Stellen liebevoll restauriert und wir können nicht oft genug dort spazieren gehen.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Eheschlösser.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1994" title="Eheschlösser" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Eheschlösser-150x150.jpg" alt="Eheschlösser" width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Oper.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1995" title="Oper" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Oper-150x150.jpg" alt="Oper" width="150" height="150" /></a></p>
<h6>1. Liebesschlösser an der Schwiegermutterbrücke, 2. Odessas Opernhaus von 1809</h6>
<p>Das zweihundert Jahre alte Opernhaus ist leider saisonbedingt geschlossen. Wir können uns also nicht selbst davon überzeugen, ob dank der einzigartigen Akustik des Gebäudes ein Flüstern auf der Bühne wirklich bis zur letzten Zuschauerreihe zu verstehen ist. Dafür geben vier singende, alte Damen mit knallrot geschminktem Mund und hochgesteckten Haaren ein spontanes Konzert auf der Parkbank.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Sergej.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1996" title="Sergej" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Sergej-300x209.jpg" alt="Sergej" width="300" height="209" /></a></p>
<h6>Eigentlich aus Kiew: Unsere Odessaführer Sergej und Tanja</h6>
<p>Am Samstag treffen wir Sergej vom OSZE-Team wieder, das gerade in Odessa ihre Seminarreihe fortsetzt. Sergej, IT-Profi und Musiker aus Kiew, zeigt uns zusammen mit seiner Freundin Tanja einen Nachmittag lang die interessantesten Plätze der Stadt. Wir schlendern mit ihnen zum Yachthafen und über die schwingende <em>Schwiegermutter-Brücke</em>, an denen frisch Verheiratete Schlösser als Zeichen ewiger Liebe aufhängen. Wir werfen ein paar Blicke in die goldverzierten, orthodoxen Kirchen und in die Innenhöfe der Altbauten mit ihren stuckverzierten Fassaden. Zwischendurch kosten wir originalen Borschtsch nach Hausfrauenart &#8211; überall in Odessa gibt es neue, hübsche Restaurants und Cafés, in denen sich Touristen und ukrainische Besserverdiener einen Espresso nach dem Essen gönnen.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Altbau.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1997" title="Altbau" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Altbau-150x150.jpg" alt="Altbau" width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Balkon.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-1998" title="Balkon" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Balkon-150x150.jpg" alt="Balkon" width="150" height="150" /></a></p>
<h6>Blick nach oben lohnt sich: restaurierte und marode Fassaden in Odessa</h6>
<p>Am 8. Juli stößt Micha bei einem Streifzug am Hafen in der Nähe der Potemkinschen Treppe auf eine Stechschrittparade junger Burschen und Mädchen in Matrosenuniform. Wir vermuten, dass sie der Besatzung des <em>Panzerkreuzers Potemkin</em> gedenken. Viele der Potemkin-Matrosen wurden nämlich am 8. Juli 1905, also zwölf Tage nach Beginn der berühmten Schiffsmeuterei, der russischen Regierung übergeben mit der Folge von Todesstrafe und Zwangsarbeit.</p>
<p>Eines Nachmittags schleichen wir durch die Halle und Flure des wohl spannendsten Hotels Odessas: das alte, feine <em>Londonskaja</em>. Das Personal hält uns doch tatsächlich für Gäste trotz unserer bescheidenen MZ-Eurasien-Garderobe. Wir lassen sie in dem Glauben und genießen ihre höfliche Aufmerksamkeit. Vor fast jedem Zimmer hängt das Porträt eines der berühmten Stammgäste, die hier seit Ewigkeiten nächtigten &#8211; Schriftsteller, Künstler, Premierminister und Präsidenten. Eine schöne Bleibe haben sich unsere beiden Bayern Heinz und Peter da ausgesucht. Die wohnen hier nämlich solange bis ihre Seminarreihe beendet ist.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/OSCE-Team.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2000" title="OSCE-Team" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/OSCE-Team-300x200.jpg" alt="OSCE-Team" width="275" height="183" /></a></p>
<h6>Immer lustig: Ein Abend mit dem OSZE-Team in Odessa</h6>
<p>Wir verabreden uns mit den Beiden abends zu einem echten Hefeweizen in einer Brauereigaststätte, die ihre komplette Brauanlage und die Braukunst aus München importiert hat. Das Preußen-Bayern-Quartett versteht sich wirklich prächtig und vor so viel guter Laune und Leichtigkeit denken wir fast gar nicht mehr daran, dass unser Abenteuer fast zu Ende ist.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Wettrennen.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2001" title="Wettrennen" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Wettrennen-300x111.jpg" alt="Wettrennen" width="351" height="130" /></a></p>
<h6>Neue und alte Werte machen Odessa so spannend</h6>
<p>Nach einer Woche im Container verlassen wir Odessa. Hier könnten wir noch vieeel länger rumlungern, aber unser Heimweg über die Karpaten soll nicht in Stress ausarten.</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>In die Karpaten: Von wegen Osteuropa</strong></span><br />
Über kleine Straßen geht es auf drei Etappen in die ukrainischen Karpaten &#8211; zur geografischen Mitte Europas. Die markierten Nebenstraßen auf unserer Ukraine-Karte entpuppen sich als vielfältig: breite Schotterstrecken, ausgefahrene Feldsteinstraßen, dunkle Schlammlochpfade, gut befahrbare Feldwege und hier und da Asphalt. Da es am Tag unserer Abfahrt aus Odessa kräftige Regenschauer gibt, macht das manche Passagen ziemlich modderig.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Dorfstraße.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2003" title="Dorfstraße" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Dorfstraße-300x184.jpg" alt="Dorfstraße" width="213" height="133" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Stadtschild.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2004" title="Stadtschild" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Stadtschild-300x196.jpg" alt="Stadtschild" width="199" height="132" /></a></p>
<h6>1. Fahrt über kleine Dörfer, 2. Einfahrt von Novodnestrovsk: Immer mit auffallenden „Schildern&#8221;</h6>
<p>Viele der niedlichen Bauernhäuser an den Straßen sind in kräftigem Grün und Blau gestrichen &#8211; manchmal liebevoll verziert mit weißen Elementen an den Kanten. Jedes noch so kleine Dorf hat eine neu restaurierte ukrainisch-orthodoxe Kirche, deren goldenes oder silbernes Dach schon von Weiten glitzert. Die Emmen scheuchen die freilaufenden Enten, Gänse und Kühe auf. Die kleinen Städte, die wir durchfahren, präsentieren sich mit riesigen Eingangsschildern in kommunistischem Design.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Rachiv-Kirche.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2005" title="Rachiv-Kirche" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Rachiv-Kirche-300x221.jpg" alt="Rachiv-Kirche" width="250" height="184" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/NasseWege.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2006" title="NasseWege" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/NasseWege-224x300.jpg" alt="NasseWege" width="137" height="184" /></a></p>
<h6>1.Viele Kirchen sind aufwändig restauriert, 2. Nasse Straßen nach dem Regen</h6>
<p>In den kleinen Lebensmittelläden der Ukraine, dem sog. Magazin, finden wir alle Waren des täglichen Bedarfs: grobes, graues Toilettenpapier, Brot, Butter, Eier, Marmelade und Mineralnaja Woda. Hinter der Theke bedienen uns geschminkte Damen in bunten Kittelschürzen. Sobald wir den Laden betreten, versucht jede der überraschten Verkäuferinnen die jeweils andere vorzuschieben, um die Ausländer zu bedienen. Während unseres Einkaufs mit Zeigefinger und Vokabelbrocken tauen sie dann auf und winken uns zum Abschied aus der Ladentür hinterher.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/AmFluss.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2007" title="AmFluss" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/AmFluss-300x194.jpg" alt="AmFluss" width="274" height="177" /></a></p>
<h6>Morgennebel am Fluss</h6>
<p>Zum Übernachten im Zelt suchen wir uns versteckte Plätzchen in Flussnähe. Irgendwo bei Storozhynets müssen wir einen ganzen Regentag lang in unserem trockenen „Käferchen&#8221; hocken. Danach sind unsere Körper verspannter denn je und wir freuen uns schon auf ein richtiges Bett in den Karpaten.</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>47°56&#8242; 3&#8221; N, 24° 11&#8242; 30&#8221; O </strong></span><br />
In Rachiv &#8211; dem Tor in die Karpaten &#8211; finden wir, was wir suchen: ein frisch bezogenes, weiches Bett und eine lange, heiße Dusche im Holzgästehaus von Gastvater Vasil, seiner Frau, Hündin Tucja und dem schwarzen Katerchen, der sich abends zu uns in die Kiste schleicht.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Karpaten.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2009" title="Karpaten" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Karpaten-300x200.jpg" alt="Karpaten" width="248" height="165" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Sommerwiese.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2010" title="Sommerwiese" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Sommerwiese-150x150.jpg" alt="Sommerwiese" width="166" height="166" /></a></p>
<h6>1. Blick über die Karpaten, 2. Überall Sommerwiesen</h6>
<p>Vasil zeigt uns auf seiner Wanderkarte, wo wir einen Tag lang durch die saftiggrünen Berge laufen können. Wir folgen dem Schotterpfad &#8211; einmal zu Fuß, am nächsten Tag auf der MZ. Vielleicht war das die letzte Enduroetappe, die die Emme in Eurasien meistern musste.</p>
<p>An einer Mineralwasserquelle treffen wir einen Alten, der gerade aus den Pilzen kommt. Mit unseren rudimentären Russischkenntnissen können wir wenigstens einen Smalltalk mit den liebenswerten Ukrainern, die wir überall antreffen, halten. Er schenkt uns Pfifferlinge und einen riesigen Steinpilz, den wir abends zusammen mit der Gastmutti in die Pfanne werfen. Ein bisschen Smetana und frische Kräuter aus dem Garten dazu &#8211; hmmm.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/RachivPanorama.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2011" title="RachivPanorama" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/RachivPanorama-300x200.jpg" alt="RachivPanorama" width="205" height="138" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Karpatenhaus.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2012" title="Karpatenhaus" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Karpatenhaus-300x195.jpg" alt="Karpatenhaus" width="208" height="138" /></a></p>
<h6>1. Rachiv im Tal, 2. Einsame Hütten und fruchtbare Gemüsegärten</h6>
<p>Bei unserer Wanderung durch die Karpaten kommen wir uns vor wie im Heidi-Film. Gleich kommt Ziegenpeter über den Hügel gerannt. Die Ziegenglocken hören wir schon. Ein paar dunkle, kleine Holzhütten stehen auf den Bergen verstreut &#8211; umringt von Sommerwiesen, auf denen Männer und Frauen in der Sonnenhitze das Heu wenden. Unten im Tal sitzen alte Bauern oder deren Enkelkinder auf Hockern an der Hauptstraße &#8211; die Trasse &#8211; und bieten Vorbeifahrern gepflückte Blaubeeren und Pilze an. Überall wird gerade frisches Obst und Gemüse aus dem Garten verkauft.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Europamitte.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2013" title="Europamitte" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Europamitte-150x150.jpg" alt="Europamitte" width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Mittelpunkt.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2014" title="Mittelpunkt" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Mittelpunkt-150x150.jpg" alt="Mittelpunkt" width="150" height="150" /></a></p>
<h6>1. Am geografischen Zentrum Europas, 2. Messpunkt von 1887</h6>
<p>Zwölf Kilometer von Rachiv entfernt halten wir am (ukrainischen) Mittelpunkt des Kontinents Europas an. Der wissenschaftlich bestätigte Messpunkt von 1887 liegt bei 47°56&#8242; 3&#8221; N, 24° 11&#8242; 30&#8221; O. Wie wir später herausfinden, beanspruchen heute auch andere Orte diesen Titel für sich. Der Mittelpunkt der Europäischen Union liegt übrigens in Deutschland &#8211; und zwar im hessischen Gelnhausen.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Isch.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2015" title="Isch" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Isch-300x200.jpg" alt="Isch" width="251" height="167" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Reifenwechsel.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2016" title="Reifenwechsel" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/Reifenwechsel-150x150.jpg" alt="Reifenwechsel" width="167" height="167" /></a></p>
<h6>1. Bauerngefährt: Der Zweitakter Isch am Heuhaufen, 2. Vierter und letzter Reifenwechsel</h6>
<p>Bevor wir uns aus der unschön verbauten, aber dennoch netten Kleinstadt an der Theiß verabschieden, in der wir immerhin drei Tage verweilt haben, zieht Micha aufs Vorderrad von Suses MZ endlich den letzten der insgesamt vier Ersatzreifen auf, der seit vierzehn Monaten hinten angeschnallt mit uns durch Eurasien reist. Hündin Tucja liegt daneben und beobachtet alles. Sobald wir die Emmen zur Weiterreise ankicken, bellt und fletscht sie wie wild ihre Zähne, bis wir aus ihrer Sichtweite verschwunden sind.</p>
<div id="pfButton"><a href="http://www.mz-eurasien.de/ukraine/2009-07-19/strastwuitje-rockchen-und-kompott?pfstyle=wp" title="Drucken" style="text-decoration: none;"><img id="printfriendly" style="border:none; padding:0;" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-print-icon.gif" alt="Drucken"/><span style="font-size: 12px; color: #000000;"> Drucken <img src="http://cdn.printfriendly.com/pf-pdf-icon.gif" alt="PDF-Version drucken" /> PDF </span></a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Moldawien: 4 Minuten</title>
		<link>http://www.mz-eurasien.de/moldawien/2009-07-05/moldawien-4-minuten</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 15:34:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eurasien</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moldawien]]></category>

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		<description><![CDATA[Das hier ist der kürzeste Bericht unseres langen Abenteuers&#8230; 00:04:00 &#8211; Vier Minuten Aufenthalt 30. Juni. Zwei Uhr nachmittags. Wir haben gleich den kürzesten Landesaufenthalt: Einreise in Moldawien an der Grenze bei Giurgiulesti &#8211; der südlichste Ort des Landes. Die Ausreise folgt ein paar hundert Meter und vier Fahrminuten weiter. Wir sind heute von Rumänien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das hier ist der kürzeste Bericht unseres langen Abenteuers&#8230;<br />
</em></p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/stempel.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1954" title="stempel" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/stempel-300x206.jpg" alt="stempel" width="347" height="238" /></a></strong></span></p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>00:04:00 &#8211; Vier Minuten Aufenthalt</strong></span><br />
30. Juni. Zwei Uhr nachmittags. Wir haben gleich den kürzesten Landesaufenthalt: Einreise in Moldawien an der Grenze bei Giurgiulesti &#8211; der südlichste Ort des Landes. Die Ausreise folgt ein paar hundert Meter und vier Fahrminuten weiter.</p>
<p>Wir sind heute von Rumänien aus auf dem Weg in die Ukraine. Und die einzige Straße dorthin ist die E87. Die macht einen unumgehbaren Schlenker durch die <em>Republica Moldova</em>. Es regnet jetzt. An den Grenzen ist nicht viel los, aber die altmodisch uniformierten Beamten beider Länder brauchen eine ganze Weile, um Passport, Fahrzeugpapiere und Grüne Versicherungskarte zu kontrollieren. In Moldawien müssen wir sogar eine kleine Gebühr für die Motorräder zahlen: zusammen 15 Lei. Damit ist Moldawien neben Turkmenistan das zweite Land unserer Reise, das an der Grenze abkassiert.</p>
<p>Mit druckfrischen, pinkfarbenen moldawischen Einreise- und Ausreisestempeln im Passport fahren wir unter wolkenbehängtem Himmel über die vergessenen Straßen der tristen Grenzstadt Reni in die Ukraine ein&#8230;</p>
<div id="pfButton"><a href="http://www.mz-eurasien.de/moldawien/2009-07-05/moldawien-4-minuten?pfstyle=wp" title="Drucken" style="text-decoration: none;"><img id="printfriendly" style="border:none; padding:0;" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-print-icon.gif" alt="Drucken"/><span style="font-size: 12px; color: #000000;"> Drucken <img src="http://cdn.printfriendly.com/pf-pdf-icon.gif" alt="PDF-Version drucken" /> PDF </span></a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mehr Meer: Von Nessebar bis Donaudelta</title>
		<link>http://www.mz-eurasien.de/rumanien/2009-07-05/mehr-meer-von-nessebar-bis-donaudelta</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 15:22:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eurasien</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bulgarien]]></category>
		<category><![CDATA[Rumänien]]></category>

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		<description><![CDATA[Weltkulturerbe Donaudelta Türkei-Bulgarien: Diesmal geht&#8217;s schneller Ja, Europa hat uns wieder. Der asiatische Teil Istanbuls liegt schon ein paar Stunden hinter uns. Wir steuern bei außergewöhnlich kaltem Sonnenwetter auf die Grenzstelle bei Kirklareli nach Bulgarien zu. Diesmal klappt der Übertritt besser. Diesmal nämlich liegen unsere nationalen MZ-Fahrzeugscheine nicht mehr in der Zulassungsstelle Perleberg. Wir treffen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/donauabzweig.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1944" title="donauabzweig" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/donauabzweig-300x200.jpg" alt="donauabzweig" width="351" height="234" /></a></p>
<h6>Weltkulturerbe Donaudelta</h6>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Türkei-Bulgarien: Diesmal geht&#8217;s schneller</strong></span><br />
Ja, Europa hat uns wieder. Der asiatische Teil Istanbuls liegt schon ein paar Stunden hinter uns. Wir steuern bei außergewöhnlich kaltem Sonnenwetter auf die Grenzstelle bei Kirklareli nach Bulgarien zu. Diesmal klappt der Übertritt besser. Diesmal nämlich liegen unsere nationalen MZ-Fahrzeugscheine nicht mehr in der Zulassungsstelle Perleberg. Wir treffen denselben netten, türkischen Zollchef an, bei dem wir vor einem Jahr stundenlang auf E-Mail-Kopien aus dem Perleberger Amt gewartet hatten.</p>
<p>Nach schnellen Stempeln im Pass zeigen wir dem Zöllner heute bei einer Tasse Tee draußen in der Sonne die Route, die wir seit unserer ersten Begegnung zurückgelegt haben. Sein Kollege spitzt ebenfalls die Ohren, denn der fährt auch MZ. Dann winken uns beide wieder durch die Schranke. Diesmal in die andere Richtung&#8230;</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Bulgarien am Sonnenstrand: Zu viel nackte Haut </strong></span><br />
Ein ganzes Jahr ist also vergangen. Und am heutigen Tag läuft alles Rückwärts: Grenzübergang, Fahrt durch Burgas, Ankunft am Sonnenstrand bei Nessebar, einchecken im Balkan Hotel. Wie sollen wir uns fühlen? Freud und Leid liegen dicht beieinander.</p>
<p>Hier am Schwarzen Meer in Bulgarien hat gerade die Hauptsaison begonnen. So wie beim letzten Mal. Unzählige halbblasse Urlauber stellen über Speckwülsten ihre knappe „Das-ist-meine-Lieblingsurlaubsgarderobe&#8221; zur Schau. Wir starren regelrecht auf soviel nackte Haut und freigelegte Pobacken. Nach so langer Zeit in eher bedeckten Ländern kommt uns das ziemlich freizügig vor. Bei manchen sieht der Grad des Sonnenbrands echt gefährlich aus. Da zieht man schon beim Hinsehen Luft durch die Zähne. Egal, Hauptsache braun sein, bevor man wieder in den TUI-Flieger steigt.</p>
<p>Wir meiden die strenge UV-Strahlung und lassen uns lieber von der Geldtauschermafia bescheißen. Fast! Die wartet überall in Strandnähe in kleinen Containern auf dumme Kunden. Micha schaut zum Glück genauer auf den Tauschbeleg, bevor er unterschreibt. Die Tabelle mit den Umtauschkursen draußen ist mit Absicht missverständlich und Micha muss schon richtig hingucken, um den tatsächlich miesen Wechselkurs auf dem Beleg zu enttarnen. Wir wollen unseren Hundert-Dollar-Schein zurück. Den rückt das plötzlich aggressive Arschloch im Container aber erst wieder raus, als wir die Polizei holen. Wir verabschieden uns mit einem freundlichen Stinkefinger und gehen zur Bank.</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Gemischte Gefühle</strong></span><br />
Jetzt sind wir da, wo andere Urlaub machen, und fühlen uns Fehl am Platz. Asien und Europa &#8211; das ist schon ein Unterschied. Am Telefon verkünden wir fröhlich, dass wir schon so nah an zuhause sind. Andererseits fühlen wir uns schlecht. Alles ist so normal, sogar die Verdauung. Wir haben das Schwarze Meer vor Augen, bestes Wetter, Milchshakes von McDonalds und die BILD Zeitung. Aber irgendwas fehlt. Das Abenteuerfeeling. Und niemand mehr stellt die üblichen Fragen beginnend mit „Hello, where are you from?&#8221; Wir sind keine kleinen Stars mehr. Hilfe, wir müssen ins Dschungelcamp! Nicht nur des Geldes wegen.</p>
<p>Wir bleiben vier Tage am Sonnenstrand. Versuchen, uns zu akklimatisieren. Wir fahren zum Sonnenuntergang ins alte Nessebar auf die Insel und landen dort in einer Open-Air Talentshow für Kinder. Da sitzen wir nun und gucken auf kleine Mädchen in knallbunten Glitzerkleidchen, die Spagat machen und wie wild umhertanzen. Das müssen wir erstmal verarbeiten.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/albena.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1945" title="albena" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/albena-300x200.jpg" alt="albena" width="300" height="200" /></a></p>
<h6>Schwarzmeerküste: Am Strand von Albena</h6>
<p>Wir fahren weiter nördlich an den Strandort Albena. Auf einen Campingplatz ohne Zelte. Camping heißt hier, einen Bungalow zu mieten. Wir stellen als Einzige unser Zelt in dem feuchtschattigen Waldstückchen neben dem Campingplatzrestaurant auf. Der Rest des DEET-Mittelchens aus Indien kommt sofort bei Ankunft gegen osteuropäische Stechmücken und beißfreudige Bremsen zum Einsatz.<br />
<span style="color: #dd0000;"><strong><br />
Ab nach Rumänien, ab nach Constanta</strong></span><br />
Constanta &#8211; dieser Name hört sich toll an. Der Ort könnte uns gefallen und ablenken. Eine alte Hafenstadt an der rumänischen Küste. Etwas heruntergekommen, charmant und verrucht. Aber leider ist der Name romantischer, als das, was dahinter steckt. Viel 60er-Jahre-Architektur, hier und da moderne Glasfassaden und ein paar schöne Altbauten. Mehr als „ganz nett&#8221; kommt uns beim ersten Eindruck nicht über die Lippen.</p>
<p>Wir wohnen mitten im Zentrum, nicht weit vom Hafen, in einem ehemaligen Bonzenhotel. Hier hängen noch Gardinen aus der Chauchesco-Ära an den Holzfenstern. Und in den hellblauen Kacheln des Badezimmers haben sich schon viele nackte Kommunisten gespiegelt. Auch das Hotelpersonal erinnert uns stark an die DDR. Man kann die Damen regelrecht denken hören: „Meine Arbeit wäre so schön, wenn nur die Gäste nicht wären&#8230;&#8221; Naja, ganz so schlimm ist es nicht, aber nah dran.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/casino-1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1946" title="casino-1" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/casino-1-300x187.jpg" alt="casino-1" width="300" height="187" /></a></p>
<h6>Constantas Wahrzeichen: Das Casino am Hafen</h6>
<p>Draußen in der prallen Sonne ist es ganz schön heiß und schwül, fast wie in Indien. Wir versuchen die Tage in Constanta zu genießen und den letzten Monaten nicht hinterher zu trauern. Wir geben der Stadt eine Chance und gucken uns das uralte römische 700-qm-Bodenmosaik neben dem Archäologiemuseum an, das erst 1959 wieder entdeckt und aus der Erde befreit wurde. Auch ganz nett.</p>
<p>Am späten Nachmittag spazieren wir am Hafen entlang und finden endlich ein Fotomotiv: das alte Casino, das Wahrzeichen der Stadt. Inzwischen ist es geschlossen, aber um das Neobarockgebäude von 1909 schwebt noch eine spannende Aura. Wir können regelrecht sehen, wie alte, schwarze Limousinen vorfahren und reiche Menschen in die große Halle mit den Roulettetischen schreiten.</p>
<h6><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/casino-2.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1947" title="casino-2" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/casino-2-300x208.jpg" alt="casino-2" width="300" height="208" /></a> Casino von 1909</h6>
<p>Abends sitzen wir mit kalten Wiener Würstchen aus dem Konsum auf den Betten des Hotelzimmers und trauen uns, Pro Sieben zu gucken. Wir planen die nächsten Reiseschritte. Im „Naturparadies Donaudelta&#8221; kommen Abenteurer vielleicht auf Ihre Kosten. Morgen früh ist Abfahrt.</p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Donaudelta: 4500 Quadratkilometer Wasser, Sümpfe und Inseln</span></strong><br />
Wir fahren über einsame Straßen und Dörfer nach Babadag &#8211; etwas südlich vom Donaudelta. Abseits der Hauptrouten sind die Straßenbeläge manchmal sehr alt und von Schlaglöchern zerfressen. Die Getreidefelder in Rumänien sind bereits goldgelb.</p>
<p>In den Dörfern sitzen alte Frauen in bunten Schürzen und Kopftüchern auf Bänken vor hellblau gestrichenen Lattenzäunen. Männer lenken Pferdekarren oder machen Pause im Schatten der Kneipenterasse. Kinder radeln über die Dorfstraße. Den kleinen Ortschaften an der Küste scheint es an nichts zu fehlen: Schule, Polizeistation, Bank, Restaurant und Magazin Mixt. Die Kirchen sind neu restauriert.</p>
<p>Babadag ist ein alter, türkisch besiedelter Ort mit einer Moschee und einer ehemaligen Koranschule. Als wir eintrudeln, bockt Suses Emme und sie hält in einer ruhigen, schattigen Nebenstraße vor einem alten Wohnblock an. Micha wechselt die Zündkerze aus. Das letzte Mal hatte er das in Kathmandu gemacht &#8211; elftausend Kilometer entfernt. Suse liegt k.o. von Fahrt und Hitze auf der Parkbank und wartet. Ein alter Mann kommt aus dem Hausaufgang mit einer heißen, gesalzenen Tasse Milch. Die soll Suse wieder munter machen. Leider können wir uns kaum mit dem lieben Herren verständigen: Russisch wird nicht verstanden. Das Rumänische hat als romanische Sprache noch nicht mal Ähnlichkeit damit. Italienisch wäre jetzt hilfreicher.</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Zwei Hasen und Pelikane</strong></span><br />
Wir suchen den Campingplatz „Zwei Hasen&#8221;. Der entpuppt sich als ein Waldhäuschen-Hof ohne Campingmöglichkeit. Wir sind müde und es sieht nach einem Gewitterschauer aus. Statt weiter zu suchen, mieten wir eines der hübschen Zimmer für achtzehn Euro pro Nacht. Über die Holzterrasse hoppeln tatsächlich kleine Hasen. Und morgens beim Frühstücken fliegen die Schwalbeneltern über unsere Köpfe und stopfen die weit aufgerissenen Schnäbel ihrer Jungen, die sich ins kleine Nest unterm Terrassendach quetschen. Die müssen bald ausfliegen. Aber bis dahin stecken sie noch ihre Hintern über die Nestkante und kacken nach draußen.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/dimitri.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1948" title="dimitri" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/dimitri-200x300.jpg" alt="dimitri" width="165" height="247" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/seerosen.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1949" title="seerosen" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/07/seerosen-219x300.jpg" alt="seerosen" width="180" height="247" /></a></p>
<h6>Mit Dimitri durchs Delta</h6>
<p>Von Babadag machen wir Trips ins Donaudelta. Am kleinen Hafen von Mahmudia treffen wir zufällig Dimitri. Er nimmt uns mit auf eine Bootstour durch die Kanäle und über die Seen des Deltas. Dabei sehen wir Pelikane &#8211; einzigartig in Europa. Und nicht wenige, schnelle Motorboote. Paddeln ist hier nicht gefragt. Wir konnten leider keinen Paddelbootverleiher finden. Und auch keine offiziellen Stellen zum Zelten.</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Gura Portitei: Das Sylt Rumäniens</strong></span><br />
Wir machen einen Tag später noch einen Ausflug nach Gura Portitei. Angeblich der spektakulärste Ort im Delta &#8211; eine Besuchersiedlung auf einer geschützten, schmalen Landzunge zwischen Salz- und Süßwasser, die vom russischen Einsiedlerdorf Jurilovca nur per Boot erreichbar ist.</p>
<p>Als wir dort ankommen, müssen wir feststellen, dass wir auf dem Sylt Rumäniens gelandet sind. Statt in unberührter Natur bewegen wir uns hier in einer modernen Ferienanlage mit etlichen weißblauen Holzhütten, einem teuren Restaurant und einer Strandbar, aus der amerikanischer Mädchenpop schallt. Schon auf dem Parkplatz am Hafen von Jurilovca standen BMW X5, Audi Q7und Co. Nach vier Stunden nehmen wir das nächste Boot zurück &#8211; dieser Ausflug hat sich leider nicht gelohnt.</p>
<p>Zurück in Bagadag sind die Straßen überschwemmt mit Schlamm, hier muss es in den letzten Stunden stark gewittert haben. Bagger schieben gerade die Wege zwischen den Häusern frei. Im Dorfzentrum greifen wir noch schnell das kostenlose Wi-Fi ab und kaufen teure Lebensmittel ein. In Rumänien zahlt man dafür mehr als in Deutschland! Dann geht es ab nachhause &#8211; zu den zwei Hasen.</p>
<div id="pfButton"><a href="http://www.mz-eurasien.de/rumanien/2009-07-05/mehr-meer-von-nessebar-bis-donaudelta?pfstyle=wp" title="Drucken" style="text-decoration: none;"><img id="printfriendly" style="border:none; padding:0;" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-print-icon.gif" alt="Drucken"/><span style="font-size: 12px; color: #000000;"> Drucken <img src="http://cdn.printfriendly.com/pf-pdf-icon.gif" alt="PDF-Version drucken" /> PDF </span></a></div>]]></content:encoded>
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		<title>Wilde Türkei: Zu Gast bei den Kurden</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2009 10:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eurasien</dc:creator>
				<category><![CDATA[Türkei]]></category>

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		<description><![CDATA[Neugierige Begrüßung in Ostanatolien Im Tulpengarten von Dogubayazit 12. Juni. Die Iranvisa enden heute auf den Tag genau. Während die Iraner zur Wahlurne rennen, machen wir den Schritt ins muslimische Nachbarland. Der Grenzübergang in die Türkei geht auf beiden Seiten zügig vonstatten. Einziger Unterschied ist, dass der nette Helfer auf türkischer Seite, der uns im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/imdorf.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1873" title="imdorf" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/imdorf-300x200.jpg" alt="imdorf" width="366" height="244" /></a></p>
<h6>Neugierige Begrüßung in Ostanatolien</h6>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Im Tulpengarten von Dogubayazit</strong></span><br />
12. Juni. Die Iranvisa enden heute auf den Tag genau. Während die Iraner zur Wahlurne rennen, machen wir den Schritt ins muslimische Nachbarland. Der Grenzübergang in die Türkei geht auf beiden Seiten zügig vonstatten. Einziger Unterschied ist, dass der nette Helfer auf türkischer Seite, der uns im (Vordrängel-)Spurt durch die nötigen Kontrollstationen schleppt, im Gegensatz zu seinem iranischen Pendant am Ende Bakschisch verlangt. Ein Fünf-Dollar-Schein muss ihm reichen.</p>
<p>Suse stopft ihr Kopftuch zurück in die Tasche. Die beiden blondierten Damen im türkischen Zollhäuschen hatten auch keins auf. Jetzt sind es nur noch fünfunddreißig Kilometer breite und leere Landstraße, dann erreichen wir den ersten Ort hinter der türkischen Grenze: die kurdische Kleinstadt Dogubayazit auf 1950 Metern über dem Meeresspiegel. Die Landschaft ist sogar noch herrlicher als im Nordiran. Der Gipfel des nah gelegenen und verschneiten Ararat, der höchste Berg der Türkei, lässt sich heute hinter der Wolkendecke nur erahnen. Die Gegend ist voller Militärstützpunkte und Kasernen, die sich wenigstens farblich in die Umwelt einfügen. Auch in Dogubayazit.</p>
<p>Zwei Kilometer von der Stadt entfernt führen der Holländer Bertil und der Kurde Mecit &#8211; beides symphatische Männer gestandenen Alters &#8211; seit fünf Jahren einen kleinen Campingplatz mit den obligatorischen Picknickecken für die Einheimischen: Lale Zar &#8211; zu deutsch: Tulpengarten. Na klar, denken wir. Tulpen und Holland &#8211; das passt. Aber Mecit lehrt uns, dass Tulpen ursprünglich nicht aus Holland, sondern aus der Türkei stammen.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/hollandente.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1875" title="hollandente" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/hollandente-300x189.jpg" alt="hollandente" width="300" height="189" /></a></p>
<h6>Zeltplatzbekanntschaft: Zwei Holländer und ihre Ente</h6>
<p>Wir schlagen das Zelt für vier Tage auf der kleinen Wiese auf. Ein friedlicher Platz am Fuße des Ararat. Außer uns steht an den ersten beiden Tagen nur noch ein weiteres Zelt hier: Ein holländisches Pärchen, das in ihrer zweiundzwanzig Jahre alten Ente bis nach Ostanatolien gerollt ist. Die gleichaltrigen Emmen fangen an zu flirten.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/palasttor.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1876" title="palasttor" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/palasttor-200x300.jpg" alt="palasttor" width="139" height="209" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/landschaft.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1877" title="landschaft" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/landschaft-300x199.jpg" alt="landschaft" width="251" height="166" /></a></p>
<h6>1. Hoftor des Ishac Pasa Palastes, 2. Landschaft um Dogubayazit</h6>
<p>Oben auf einem nicht weit entfernten Klippenabhang hinterm Zeltplatz thront die restaurierte Ruine des Ishac Pasa Palastes. Von dort haben wir eine super Aussicht auf die Umgebung und die Stadt. Im Zentrum von Dogubayazit gehen wir seit Ewigkeiten mal wieder in einen richtigen Supermarkt einkaufen. Als wir durch den Eingang kommen, nehmen wir erstaunt einen bekannten und wohltuenden Duft wahr: Es riecht nach Westen! Wie im Intershop. Jeder Ossi unter den Lesern wird sofort verstehen, was gemeint ist. Die riesige Süßigkeiten- und Waschmittelabteilung entfalten ihre Gerüche, die unsere Nasen beim Einkauf in den kleinen, verstaubten Tante-Emma-Läden der anderen Länder schon wieder vergessen hatten. Sofort überkommt uns ein Kaufrauschgefühl, den die Vernunft aber noch stoppen kann.</p>
<p>Ansonsten staunen wir nicht schlecht, wie viele teure Autos über die schlechten Straßen des Grenzortes fahren. Trotz achtzig Prozent Arbeitslosenquote. Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen. Egal. Die alten Männer mit ihren Schnauzbärten, Schiebermützen und dickstoffigen Jackets und alle anderen Menschen in Dogubayazit sind eine freundliche und höfliche Gesellschaft. Wir fühlen uns hier sofort wohl und herzlich willkommen. Apropos Schnauzbart: Am türkischen Schnauzbart soll die politische Einstellung seines Trägers erkennbar sein. Deshalb dürfen Beamte in der Türkei nur eine bestimmte Bartlänge tragen und Studenten sogar gar keinen.</p>
<p>Mecit, dem das Leben tiefe Falten in sein braun gebranntes Gesicht gezeichnet hat, spielt abends auf dem Zeltplatz auf seiner traditionellen Gitarre kurdische Lieder und singt dazu mit seiner charismatischen, kratzigen Stimme. Damit schenkt er uns ein kleines Stück seiner alten kurdischen Kultur.</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Kurdische Dörfer</strong></span><br />
In Ostanatolien ist die Türkei noch wild und voller Abenteuer, sagt man. Wir fahren auf Michas Emme trotz des verregneten Tages durch die kurdischen Dörfer. Wir sehen kleine, von der Zeit gezeichnete  Feldsteinhäuser. Von den braunerdigen Höfen treiben die jungen Söhne schmutzige Schafherden auf die umlegenden Weiden. Auf den Feldsteinmauern entlang der moddrigen Dorfstraßen stapelt der Schafmist als Briketts zum Trocknen.</p>
<h6><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/fishlake.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1878" title="fishlake" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/fishlake-300x200.jpg" alt="fishlake" width="300" height="200" /></a></h6>
<h6>Balikgölü: Fischersee 50 km östlich von Dogubayazit</h6>
<p>Wir gelangen an den Fischersee fünfzig Kilometer von Dogubayazit entfernt. Die Gewitterschauer der Berglandschaft können uns in den Regensachen nichts anhaben. Im Gegenteil. Wir genießen die Stimmung. Irgendwann am See gelangen wir in ein kleines Dorf: Bazirhan. Die Kinder laufen in Gummistiefeln umher und beobachten schüchtern unsere Ankunft. Die Männer aus dem Dorf kommen sofort näher, um die Fremden mit Handschlag zu begrüßen.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/dorfleben.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1880" title="dorfleben" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/dorfleben-300x190.jpg" alt="dorfleben" width="211" height="134" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/salam1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1881" title="salam1" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/salam1-300x197.jpg" alt="salam1" width="202" height="132" /></a></p>
<h6>1. Gutes Gummistiefelwetter, 2. Ankunft im kurdischen Dorf Bazirhan</h6>
<p>Wir kennen kein Wort kurdisch, aber wir verstehen die Einladung zum Chay. In einem einfachen Haus sitzen wir kurz danach mit jungen und alten Männern der Familie auf dem Teppichboden und trinken den starken Tee, den die junge und hübsche Ehefrau serviert. Respektierter Mittelpunkt ist ganz eindeutig der Großvater, der Micha lächelnd die Hand reicht.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/zugast.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1882" title="zugast" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/zugast-300x200.jpg" alt="zugast" width="200" height="133" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/freunde.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1883" title="freunde" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/freunde-300x200.jpg" alt="freunde" width="202" height="134" /></a></p>
<h6>1. Bazirhan: Willkommen zum Essen und Tee, 2. Ein Foto zum Abschied</h6>
<p>Wir zeigen der neugierigen Runde die bisherige MZ-Reiseroute auf der kleinen Weltkarte. Das kommt immer gut an. Als wir Abschied nehmen wollen, werden wir gebeten, noch zum Essen zu bleiben. Solange wir den lecker zubereiteten Kartoffeln-Paprika-Tomaten-Mix genießen, sitzen die Frauen der Familie wie es Tradition ist gemeinsam außerhalb der Runde, bis die Männer fertig sind. Nur Suse darf sich wie immer zu den Herren dazugesellen.</p>
<p>Nach dem Besuch bei diesen netten Leuten fahren wir weiter zu den heißen Quellen. In einem Becken, das wir ganz privat nutzen können, heizen wir wie Gott uns schuf im schwefelhaltigen Wasser die steifen Muskeln und Glieder durch &#8211; und das unter plötzlich strahlend blauem Himmel und bei Sonnenschein.</p>
<p>Als wir zum Campingplatz zurückkehren, begrüßen wir neue Zeltnachbarn: zwei Hamburger auf ihren Enduros und ein Motorradpärchen aus Köln. Zum ersten Mal während unseres MZ-Abenteuers sitzen wir in einer Biker-Runde zusammen und finden es schön, wieder original Hamburger Slang zu hören.</p>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Kars-Istanbul im Dogu Ekspresi</span></strong><br />
16. Juni. Wir schütteln Mercit und Bertil die Hand, ziehen die Motorradhandschuhe über und kicken an. Dicht am großen Ararat vorbei &#8211; der vor einem Jahr zwei deutschen Bergsteigern durch die PKK zum Verhängnis wurde &#8211; knattern wir in die Stadt Kars.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/vormararat.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1885" title="vormararat" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/vormararat-300x200.jpg" alt="vormararat" width="300" height="200" /></a></p>
<h6>MZ vorm Ararat (5137m) &#8211; der höchste Berg der Türkei</h6>
<p>Wir haben gehört, dass man dort problemlos mit den Motorrädern im Zug bis nach Istanbul fahren kann. Leider ist die Reisekasse fast leer und wir sparen viel Geld, wenn wir die relativ teure Türkei diesmal auf der Schiene bereisen. Zugfahren ist eine schöne Abwechslung und die siebenunddreißig Stunden im sog. Dogu Ekspresi eine 1.435-Kilometer-Strecke mit bester Aussicht.</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Motosiklet no!</strong></span><br />
Als wir in Kars ankommen, fahren wir sofort zum Bahnhof, um die reservierten Schlafwagentickets abzuholen. Am Telefon vor ein paar Tagen hat man uns bestätigt, dass auch die Emmen im Dogu Ekspresi mitfahren können. Die Dame am Schalter in Kars sieht das aber anders, als wir auf die Mopeds zu sprechen kommen. „Motosiklet no,&#8221; wiederholt sie ständig und schüttelt dabei mit dem Köpfchen. Wir lassen nicht locker, bis sie ihren Boss anruft. Dann erweitert sie plötzlich ihren einen Satz: „Motosiklet no problem.&#8221; Das hört sich schon besser an. Tescheküler (Dankeschön)!</p>
<p>Morgens um halb Acht stellen wir uns mit beiden Emmen auf den Bahnsteig Nummer 1 am kleinen Bahnhof von Kars. Wir suchen den Verladechef oder irgendjemand anderen von der Türkischen Staatsbahn, der uns sagen kann, wie wir die Motosiklets verladen sollen. Aber einen Verladechef gibt es nicht, denn Fahrzeuge werden auf diesem Bahnhof nicht verladen. Wir berufen uns mit einem Lächeln auf das Versprechen von gestern: Motosiklet no problem! Das Bahnhofspersonal ist glücklicherweise lösungsorientiert und macht eine Ausnahme: Tamam (OK). Motosiklet no problem!</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/gokgok.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1896" title="gokgok" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/gokgok-284x300.jpg" alt="gokgok" width="168" height="178" /></a></p>
<h6>Auf dem MZ-Ticket wird Michael Linke zu Mikail Gök Gök</h6>
<p>Als der Dogu Ekspresi einrollt, heben die Männer die Emmen mit den Händen rauf in den leeren Cargo-Wagon, wo sich ansonsten nur Kisten oder ähnliches stapeln. Danach rätselt der Zugchef, wie er der Form entsprechend abrechnen kann. In der Preistabelle auf seinem Klemmbrett gibt es keine Angabe für mehr als fünfzig Kilogramm Frachtgewicht. Er schätzt. Und mit hundert Kilogramm pro Moped liegt er zwar ein bisschen daneben, aber wir freuen uns sehr über das Schnäppchen von dreiunddreißig Euro pro Motorradfahrkarte. Am Ende reist unsere kleine &#8220;Familie&#8221; für insgesamt hundertfünfzig Euro erster Klasse von Ost nach West durchs ganze Land.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/privatabteil.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1886" title="privatabteil" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/privatabteil-200x300.jpg" alt="privatabteil" width="127" height="191" /></a> <a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/turkischebahn.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1887" title="turkischebahn" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/turkischebahn-300x198.jpg" alt="turkischebahn" width="295" height="191" /></a></p>
<h6>37+5 Stunden gemütliches Reisen im Privatabteil der türkischen Staatsbahn</h6>
<p>Der Zug rollt pünktlich auf die Minute um 9:10 Uhr aus dem Bahnhof. Wir machen es uns für die fahrplanmäßig nächsten siebenunddreißig Stunden im Privatabteil gemütlich. Keine schwere Aufgabe. Aus dem Fenster gucken wir erst noch auf Felder und Berge, auf die die Sonne scheint. Nicht lange, und es regnet wieder. Dann macht die Reise im trockenen Zug doppelt Spaß.</p>
<p>Nach einem super Sonnenuntergang schunkelt uns der Wagon, der durch etliche Kurven und Bergtunnel trödelt, auf weichen Klappbetten in den Halbschlaf. Ein paar Schienenabschnitte sind wohl sehr alt. Die Räder reiben und quietschten an den Gleisen entlang und rattern laut im Takt. Manchmal könnte man denken, dass wir gleich entgleisen. Aber wohl nicht bei dem Tempo.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/ausblick.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1888" title="ausblick" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/ausblick-300x185.jpg" alt="ausblick" width="300" height="185" /></a></p>
<h6>Ausblick auf die Abendlandschaft</h6>
<p>Mit unglaublichen fünf Stunden Verspätung trudeln wir nachts um drei auf dem Haydarpaşa Bahnhof in Istanbul ein. Wir sind auf einmal hell wach. Die Abladung der Emmen klappt reibungslos und wir nutzen die verführerische Stille der Nacht, um uns auf leeren Straßen aus Istanbul davonzustehlen. In dieser Stadt haben wir vor fast genau einem Jahr den Schritt nach Asien gemacht. Jetzt bringt uns die lila beleuchtete Bosporusbrücke bei ersten Anzeichen einer Morgendämmerung wieder zurück. <strong>Asien adè! Willkommen in Europa!</strong></p>
<div id="pfButton"><a href="http://www.mz-eurasien.de/turkei/2009-06-23/wilde-turkei-zu-gast-bei-den-kurden?pfstyle=wp" title="Drucken" style="text-decoration: none;"><img id="printfriendly" style="border:none; padding:0;" src="http://cdn.printfriendly.com/pf-print-icon.gif" alt="Drucken"/><span style="font-size: 12px; color: #000000;"> Drucken <img src="http://cdn.printfriendly.com/pf-pdf-icon.gif" alt="PDF-Version drucken" /> PDF </span></a></div>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Klimawechsel: Abschied vom ايران (Iran)</title>
		<link>http://www.mz-eurasien.de/iran/2009-06-20/klimawechsel-abschied-vom-%d8%a7%d9%8a%d8%b1%d8%a7%d9%86-iran</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Jun 2009 11:02:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eurasien</dc:creator>
				<category><![CDATA[Iran]]></category>

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		<description><![CDATA[Bergdorf im Norden Irans: Masuleh Urlaub in Masuleh In dem Bergdorf Masuleh, etwa sechzig Kilometer von der kaspischen Meeresküstenstadt Rasht entfernt, dringen wir weiter in das feuchtkühle Klima des iranischen Nordens vor. Im abgelegenen Masuleh kommen vierhundert kleine Shops auf sechshundert nette Einwohner. Warum? Der Ort hat sich in den letzten Jahren zum Tagesausflugsziel iranischer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/masuleh.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1849" title="masuleh" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/masuleh-300x200.jpg" alt="masuleh" width="354" height="236" /></a></p>
<h6>Bergdorf im Norden Irans: Masuleh</h6>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Urlaub in Masuleh</strong></span><br />
In dem Bergdorf Masuleh, etwa sechzig Kilometer von der kaspischen Meeresküstenstadt Rasht entfernt, dringen wir weiter in das feuchtkühle Klima des iranischen Nordens vor. Im abgelegenen Masuleh kommen vierhundert kleine Shops auf sechshundert nette Einwohner. Warum? Der Ort hat sich in den letzten Jahren zum Tagesausflugsziel iranischer Touristen verwandelt. Und heute lebt fast jeder Dorfbewohner von dem, was ihre winzigen Keksbäckereien, traditionellen Teestuben und Souvenirläden in den Sommermonaten abwerfen. Selbst die älteste Oma im Dorf sitzt in ihrem erdfarbenen Häuschen auf dem Fußboden und strickt stundenlang typisch gemusterte Socken, Mützen und Puppen, die sie an vorbeischlendernde Besucher verkauft.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/chaykaneh.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1851" title="chaykaneh" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/chaykaneh-200x300.jpg" alt="chaykaneh" width="151" height="226" /></a><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/ketten.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1852" title="ketten" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/ketten-300x200.jpg" alt="ketten" width="276" height="184" /></a></p>
<h6>1. Leere Teeterrasse, 2. Souvenir aus Masuleh: Halsketten</h6>
<p>Wir mieten für zwei Übernachtungen ein altes Appartment. Kosten: zehn Euro am Tag. Es liegt in der Nähe eines Wasserfalls. Ein gewaltiges Rauschen und eine entspannte Stimmung. Jeden Nachmittag bilden sich über dem Dorf dicke Wolken, die immer tiefer gleiten, bis sie die flachen Hausdächer berühren. Es ist kühl und deswegen kommen nur wenige Touristen. Unsere handgespülte Wäsche überm Antennenkabel auf dem Balkon trocknet schlecht.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/appartment.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1853" title="appartment" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/appartment-300x212.jpg" alt="appartment" width="300" height="212" /></a></p>
<h6>Kleines Appartment in Masuleh</h6>
<p>Wir machen es uns mit selbst gekochtem Tee aus Meymand auf dem Bett bequem. Oder erkunden Masuleh über die schmalen, felsgepflasterten Wege und Treppen, die am Hang entlang die verschiedenen Häuserebenen verbinden. Wie immer haben die Menschen in den Bergen einen ganz eigenen Charakter und Charme, so dass wir uns gar nicht mehr wie im Iran fühlen. Suses Kopftuch muss trotzdem angezogen bleiben.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/teppiche.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1854" title="teppiche" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/teppiche-300x198.jpg" alt="teppiche" width="300" height="198" /></a></p>
<h6>Handgeschrubbte Teppiche trocknen auf dem Dach</h6>
<p><strong><span style="color: #dd0000;">Was ist eigentlich Holocaust?</span></strong><br />
Am 10. Juni um neun Uhr morgens verlassen wir Masuleh. Zwei Stunden später auf der Landstraße gen Astara hupen und winken uns ein Ehepaar und ihr siebzehnjähriger Sohn aus Rasht beim Überholen mit dem Auto an den Straßenrand. „Woher kommt Ihr? Braucht Ihr Hilfe?&#8221; Nein, aber danke der freundlichen Nachfrage.</p>
<p>Eine halbe Stunde später treffen wir sie an der Tankstelle wieder und dürfen natürlich das Benzin nicht selbst bezahlen. Sohn Mahdi &#8211; ein sehr guter Schüler, wie seine Mutter stolz erzählt &#8211; spricht fließendes Englisch: „Ihr seid unsere Gäste! Wo wollen wir zusammen Mittagessen?&#8221;</p>
<p>Wir fahren den netten Leuten, die ein Plakat von Musawi von innen an die Heckscheibe geklebt haben, siebzig Kilometer bis Astara hinterher. Dort gehen wir alle in ein Restaurant und später noch zum Tee ins geräumige Wochenendapartment der Familie. Mahdis Vater arbeitet bei einer Investmentfirma in Rasht, seine Mutter ist Lehrerin in der Highschool. Beide kommen manchmal zum Entspannen hierher.</p>
<p>Wie so oft kommt das Thema Deutschland und Hitler auf. „Was genau ist eigentlich Holocaust?&#8221;, wollen die Drei wissen. Die iranische Regierung würde diesen Teil der Geschichte leugnen. Als Micha ihnen ein paar Dinge erklärt, sind sie unglaublich überrascht, dass in Deutschland und Polen die viel besagten Konzentrationslager tatsächlich immer noch als Mahnmale existieren und sie jeder besichtigen kann.</p>
<p>Natürlich sollen wir noch übernacht bei der Familie bleiben, aber wir haben keine Zeit und müssen weiter. Der höfliche Vater, die liebe Mutter und ihr gut erzogener Sohn führen uns im Auto noch bis auf die richtige Straße an den Stadtrand von Astara und verabschieden uns wie Freunde nach Ardabil.</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Ardabil: Wahlkampfstimmung wie nach einem Fußballsieg</strong></span><br />
In Ardabil tobt am Abend der Bär. Es scheint, als ist die ganze Jugend der Stadt auf der Straße, um ihrer Hoffnung auf neue Freiheit Luft zu machen. Mit grünen Tüchern aus hupenden Autos feuern sie die Leute an, Musawi als neuen Präsidenten zu wählen und Abschied von Ahmadinedschad zu nehmen. An den Straßenkreuzungen staut sich der Wahlkampfverkehr. Die Stimmung und Rufe erinnern uns stark an das Ende eines Spiels bei der Fußballweltmeisterschaft.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/tankwarts.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1855" title="tankwarts" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/tankwarts-300x194.jpg" alt="tankwarts" width="300" height="194" /></a></p>
<h6>In Tabriz: Wo lang geht&#8217;s zur türkischen Grenze?</h6>
<p>Von Ardabil geht es nach einer Nacht in einem neuen Hotel durch eine tolle Berglandschaft weiter nach Tabriz. Vorher wechselt Micha auf dem Hotelparkplatz mal wieder zwei gebrochene Speichennippel, diesmal im Vorderrad. Vermutlich hat die Telegabel beim Unfall in Quetta doch mehr abbekommen, als gedacht.</p>
<p>Auf dem Weg nach Tabriz müssen wir anhalten, um uns die Regensachen überzuziehen. Der Norden Irans hat derzeit einige heftige Regenschauer. Seit Usbekistan lagen die regendichten Klamotten ganz weit unten im Alukoffer. Wir kommen am späten Nachmittag in der Stadt an und haben außer einem Abendessen keine Lust mehr auf irgendwas. Die Fahrerei der letzen Tage ist ganz schön Kräfte zehrend. Um sieben Uhr in der Früh steuern wir auf etwa zweihundert Kilometern die Nordgrenze zur Türkei an. <em>Khoda Hafez</em>, Iran!</p>
<p><span style="color: #dd0000;"><strong>Der Iran und die Iraner: Hello-where-are-you-from</strong></span><br />
In ihrem Buch „Der Iran &#8211; Die verschleierte Hochkultur&#8221; beschreibt Andrea Claudia Hoffmann das heutige Leben und die Menschen im Iran. Wir haben viele Dinge wieder erkannt. Zum Beispiel, dass die Iraner sehr stolz auf ihre &#8220;arische&#8221; Herkunft sind und viele die Deutschen als Arier verehren. Und dass die jungen Iranerinnen sehr wissbegierig sind. Die Mehrheit der Studierenden im Land ist weiblich, so dass die Universitäten sogar Männerquoten einführen mussten.</p>
<p>Natürlich haben wir bei unserer Reise durch das ehemalige Persien noch tausend andere Dinge erfahren. Eines stand dabei ziemlich schnell fest: Dass das Bild, was die westlichen Medien vom Iran wiedergeben, tatsächlich nur einem winzigen Ausschnitt aus der Realität entspricht. Menschen, Kultur und Landschaften bleiben völlig ausgeblendet. Wer weiß denn schon, dass man im Iran wunderbar Skilaufen kann und Warenangebot und Infrastruktur dem im Westen in nichts nachstehen. Die Medien fokussieren lieber den Wunsch der Regierung nach einer eigenen Atombombe.</p>
<p>Der Westen und das zum Teil zensierte Internet haben sichtbare Einflüsse auf die persönlichen Einstellungen der Iraner. Gerade im aktuellen Präsidentschaftswahlkampf zeigt sich uns der Wunsch der vielen jungen Leute nach mehr Freiheit und Veränderungen. Ahmadinedschad ist bei vielen, die wir getroffen haben, wenig beliebt.</p>
<p><a href="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/salam.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1856" title="salam" src="http://www.mz-eurasien.de/wp-content/uploads/2009/06/salam-300x196.jpg" alt="salam" width="300" height="196" /></a></p>
<h6>Salam &#8211; <em>oder</em> Hello-where-are-you-from?</h6>
<p>Zur Realität gehört auch, dass die meisten Iraner, denen wir begegnet sind, sehr gastfreundliche Menschen sind, die besonders Ausländern als exotische Gäste mit großer Neugier und Herzlichkeit gegenübertreten. Besonders im Norden des Landes sind wir immer wieder eingeladen und wie gute Freunde behandelt worden. Und dann durften wir auch ohne das persische Höflichkeitsspiel Ta&#8217;arof, demnach Einladungen nur ernst gemeint sind, wenn sie nach dreimaligem Ablehnen immer noch ausgesprochen werden, den spontanen Angeboten zum Tee oder Essen folgen.</p>
<p>Im ganzen Land riefen uns fremde Menschen ein auswendig gelerntes „Hello-where-are-you-from&#8221; hinterher, um uns zu zeigen, dass wir willkommen sind. Manche Reisende mögen auf Dauer davon genervt sein. Trotzdem sollte man auch dem zehnten Willkommenheißer am Tag ein dankendes Lächeln zurückgeben oder ein bisschen „hand-und-fuß-smalltalken&#8221;. Nur wenige Iraner können sich über diesen einen zusammengezogen Satz hinaus in englischer Sprache mit uns unterhalten. Nur die fleißigen Mädchen stehen öfter kichernd vor uns, um ihr Schul- und Unienglisch auszuprobieren. Und Micha nebenbei Komplimente zu machen.</p>
<p>Und wenn Autorin Andrea Claudia Hoffmann schreibt, sie hätte die unterschiedlichsten Menschen im Iran getroffen, aber nie einen Schurken, dann stimmt das nicht ganz mit unseren Erfahrungen überein. Man trifft sie eben in jedem Land: kleine Abzocker.</p>
<p>Respektloses Verhalten gegenüber Suse als Frau haben wir nie erlebt. Allerdings hat uns beide auf Dauer gestört, dass selbst im modernen Iran die Frau per Gesetz und durch moralische Vorstellungen weiter &#8220;kleingehalten&#8221; wird. Aber es gibt Hoffnung, denn immer mehr Iranerinnen entwickeln und entfalten ein neues Selbstbewusstsein. <em>Inschallah</em>!</p>
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