Merhaba Türkiye! – Hallo Türkei!

Grenzerfahrung
Wir haben die EU verlassen und am 3. Juni türkischen Boden betreten. Merhaba Türkiye! Bis hierher waren die europäischen Landesgrenzen kaum mehr als solche zu erkennen. Aber jetzt: Dreieinhalb Stunden haben wir die türkische Grenzstation nahe Kirklareli und ihr höfliches Personal kennengelernt. Unsere internationale Zulassung fürs Motorrad hat nämlich kein Feld fürs Erstzulassungsdatum vorgesehen. Das aber muss der Grenzkontrolleur im Büro der Fahrzeugregistrierung für seine Unterlagen haben. Was nun, die nationalen Zulassungspapiere mit dem so wichtigen Datum hat doch das deutsche Zulassungsamt in Perleberg einbehalten? Nach ein paar Telefonaten mit der Dame vom Amt wurde uns das Dokument erst als unleserliches Fax und später dann als E-Mail zur Grenzstation gesendet. Die Kontrolleure waren zufrieden und wir konnten endlich weiter. Na das fängt ja gut an.

Um sechs Uhr abends fahren wir endlich weiter. Kühler, starker Wind von vorn weht uns entgegen. Wir knüpfen uns sogar das Innenfutter in die Jacken. Und dann fällt Suse auch noch fast der Auspuff ab, die Schraube an der hinteren Aufhängung hat sich wahrscheinlich noch in der EU von uns verabschiedet. Naja, muss eben Draht her. Wir haben einen wunderschönen Sonnenuntergang im Rückspiegel und schaffen die 243-Kilometer-Strecke bis nach Istanbul leider nicht mehr. Also übernachten wir im kleinen, aber sehr lebendigen Ort Saray.

Saray: Erste Begegnung zum Tee
Das einzige Hotel im Ort ist das kleine Saray-Hotel in einer bunten Ladenstraße. Die Treppe nach oben, der kleine Empfangsflur mit laufendem Fernseher und die vier Zimmerchen, die von hier aus abgehen, sind rosa-rot gehalten. Wären wir jetzt in Hamburg, wäre klar, wo wir gelandet sind, aber hier scheint der Hoteleigner einfach nur einen etwas speziellen Geschmack zu haben. Die Dusche und ein Hockklo müssen wir uns mit den anderen Gästen teilen.

Unsere beiden MZ-Packesel stehen friedlich ein paar Straßen weiter auf dem Hof der Mutter des Hoteliers. Sie passten mit dem Hinterteil mal wieder nicht durch die Tür des benachbarten Schuhladens, wo wir sie zunächst unterstellen sollten.

Als wir im Hotelbett liegen, hören wir durchs offene Fenster zum ersten Mal ein Abendgebet über die Lautsprecher der Moschee. Der Sprechgesang klingt in unseren Ohren wie ein Willkommensgruß. Wir sind im Orient angekommen. Bei Sonnenaufgang werden wir erneut vom Gebet geweckt. Als wir auf die Motorräder steigen wollen, um weiter zu fahren, sprechen uns die Leute im Vorbeigehen auf der Ladenstraße an.

Burhanettin kommt zusammen mit einem Freund aus seinem Geschäft iPRAGAZ auf die Straße und fragt neugierig, wohin wir weiterfahren möchten. Bevor es losgehen kann, besteht er mit typisch türkischer Gestik erst einmal auf einen Tee mit uns in seinem Laden. Als wir lächelnd annehmen, wird sofort ein junger Mann losgeschickt, um uns frischen Tee und warmes Gebäck zu besorgen. Wir genießen unser spontanes Frühstück und tauschen über ein bisschen Englisch türkische Wörter aus: Guten Tag, danke und „Wie geht’s“? Zum Abschied beschenkt uns Burhanettin noch mit einem Gaskocher und Feuerzeugen. Der erste Morgen in der Türkei hat super angefangen und wir setzen uns zufrieden auf die MZ nach Istanbul.

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2 Kommentare zu “Merhaba Türkiye! – Hallo Türkei!”

  1. tina sagt:

    Hallo ihr beiden,
    sonnige Grüße aus Berlin. es hört sich alles total toll an, was ihr so erlebt. Und wenns dem Po gut geht, is das eh die halbe Miete. (Mir gings bei meiner Radtour aufm Jacobsweg leider nich so, der Hintern schmerzte ab dem ersten Tag.)
    Dann weiterhin gutes Durchhaltevermögen Euch beiden, dass ihr nich zu sehr durchgerüttelt und zugestunken werdet.
    Passt auf Euch auf.
    Beso Tina

  2. Martin sagt:

    So, ich vermute mal, dass euch dieser Kommentar erst im asiatischen Teil der Türkei erreicht. Hoffentlich habt ihr euch noch mit genügend universell nutzbaren Schrauben in M5-M8 ausgerüstet. Geht ja schon früh los mit den Draht- und Tapereparaturen! Schade, dass GPS-Firmware nicht mit’m Schlosserhammer zu reparieren ist! Ich glaube an euch!
    Martin

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