Zentralasien naht: Abfahrt ins Abenteuer

Kilometerstand 4141: Abschied aus Europa und Istanbul
Morgen früh um sechs Uhr, noch vor dem Berufsverkehr, ist es Zeit für die Weiterfahrt auf der etwa 1.500 km langen, türkischen Schwarzmeerküstenstraße bis nach Georgien. Wir haben heute beim Gümrük Dairesi (Zollamt) in Istanbul mit dem nachgeschickten nationalen Zulassungsschein für die MZ noch unsere Aufenthaltsgenehmigung verlängert und damit bleibt uns genug Zeit für die Fahrt bis zur Grenze bei Sarpi.

Nach einer Woche Großstadt freuen wir uns auf die türkische Provinz. Wir werden das Land noch bis zum 22. Juni erkunden. Unser letzter Abend in Istanbul war der Schönste: Wir wurden von einem Händler am Bosporus zum Feierabendtee mit seinen Freunden vor dem Geschäft mit Blick aufs Goldene Horn eingeladen. Mit dabei in der Männerunde war ein echter Imam, der uns vorgesungen hat. Als wir seine kleine Moschee nebenan besichtigen wollen, holt Suse ihr Kopftuch aus der Tasche und alle Männer rufen Bravo und freuen sich. Zum Abschluss des Feierabends und bei Sonnenuntergang lädt uns der Händler noch zu einer kleinen Runde auf dem Bosporus mit dem Taxiboot ein. Danach chauffiert er uns ins Hostel zurück. Wir sind gerührt, mit welcher Herzlichkeit er uns begegnet. Und er wird dafür belohnt: Die Türkei hat kurz darauf 2:1 gegen die Schweiz in der Fußball-EM gewonnen. Die ganze Stadt feiert!

Es wird ernst…

Jetzt, wo wir asiatische Wege befahren werden, kommt ein anderes Gefühl in uns auf. Das Abenteuer rückt spürbar näher: Wie werden wir die nächsten Grenzübergänge überstehen und wie erst den 5-Tage-Transit quer durch Turkmenistan bei Wüstenhitze und schlechter Straße? Und wie werden wir die obligatorischen Einladungen zum Wodka und die Höhen des Pamirs vertragen? (Wie) wird die Einreise nach Indien via China klappen?

Julian, ein Amerikaner, den wir kürzlich im Hostel getroffen haben und der ein Jahr lang in Baku studiert, erzählte uns ein bisschen über die Leute, Landschaften und Straßen im Kaukasus. In Aserbaidschan reist man auf unentdeckten Pfaden; hier gibt es noch das wahre Abenteuer. Baku am Kaspischen Meer ist vom Ölboom gezeichnet. Das vorher zu durchreisende Georgien soll einfach nur schön und Tiflis eine faszinierende Stadt sein. Hier werden wir auch erstmals unsere Russischkenntnisse ausgraben, nachdem wir bisher mit Englisch bestens durchgekommen sind. Also dann: Doswidanja! Wir werden weiter berichten…

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Ein Kommentar zu “Zentralasien naht: Abfahrt ins Abenteuer”

  1. Martin sagt:

    Hallo Suse und Micha,
    sagt bitte nicht, dass das nur bescheidene Fotos sind!
    Ich finde, ihr solltet sie georeferenziert auch (mal) bei Panoramio einstellen, damit man sie dann auch in Google Earth mitverfolgen kann.
    Ich bin immer noch begeistert von eurem Unternehmen.
    Drushba!
    Martin

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